Hunderte Rosskastanien in Maastricht müssen gefällt werden

Von: sim
Letzte Aktualisierung:
Kastanie
Mehreren Hundert Rosskastanien in Maastricht droht ein dramatisches Ende: Ein tödliches Bakterium hat fast 60 Prozent der rund 1400 Bäume befallen. Foto: dpa

Maastricht. Mehreren Hundert Rosskastanien in Maastricht droht ein dramatisches Ende: Ein tödliches Bakterium hat fast 60 Prozent der rund 1400 Bäume befallen. 384 müssen unverzüglich gefällt werden, weitere werden voraussichtlich folgen.

Die Bäume haben die „Bluterkrankheit”, hervorgerufen durch ein Bakterium mit dem lateinischen Namen „Pseudomonas syringae”.

Seit 2002 in den Niederlanden

Die unheilbare Baumkrankheit tauchte erstmals im Jahr 2002 in den Niederlanden auf. Vier Jahre später, im Jahr 2006, waren bereits rund 40 Prozent der Rosskastanien befallen, in einzelnen Gebieten sogar bis zu 70 Prozent.

Die Stadt Maastricht hat in den vergangenen Monaten sämtliche Kastanien im Stadtgebiet überprüft. Das erschreckende Ergebnis: 384 Bäume sind so krank, dass sie sofort gefällt werden müssen, weil sie morsch geworden sind und ihre Standsicherheit nicht mehr gewährleistet ist.

Vermutlich trifft es aber noch wesentlich mehr Kastanien, und auch eine weitere Verbreitung der Krankheit kann nicht ausgeschlossen werden.

Auffällig ist, dass die Infektion vor allem jüngere Bäume im Alter zwischen 20 und 30 Jahren befallen hat. Die großen, alten Kastanien im Stadtgebiet scheinen dagegen (noch) nicht betroffen zu sein, vermutlich, weil es sich um eine andere Sorte handelt.

Am schlimmsten erwischt hat es in Maastricht die Limburglaan, wo alleine vor dem Gebäude der Provinzverwaltung 113 Kastanien keine Zukunft mehr haben. Rund um den Bahnhof sind es weitere 88 Kastanien.

Die 384 am schlimmsten geschädigten Kastanien sollen innerhalb der nächsten Wochen gefällt werden. Ein spektakulärer Tod: Durch das milde Wetter stehen sie wahrscheinlich genau dann in voller Blüte.

Erst im Winter können neue Bäume gepflanzt werden. Baumexperten überlegen derzeit noch, welche Sorten das sein werden.

In der Region noch kein Thema

Im Gegensatz zu unseren Nachbarn gibt es auf deutscher Seite offenbar noch keine Probleme mit dem Kastanien-Killer. Detlef Sambale, Leiter der Abteilung Grün- und Freiflächenpflege beim Aachener Stadtbetrieb, berichtete, es habe vor einiger Zeit im Stadtgebiet eine größere Fällaktion gegeben.

Ursache könnte das Bakterium gewesen sein, die Kastanien seien aber von einer Vielzahl von Erregern befallen gewesen. Auch Claus Mayr vom Naturschutzbund Nabu hatte „von Pseudomonas syringae in der Region noch nichts gehört”.

Krankheit seit 2006 auch in Deutschland bekannt

Im Jahr 2006 war erstmalig ein neues Krankheitssymptom an Rosskastanien in NRW häufiger beobachtet und intensiver untersucht worden. Die Symptome wurden an einzelnen Bäumen aber auch in Alleen beobachtet.

Auffällig sind einzelne „blutende” Stellen am Hauptstamm sowie an den Ästen, die später eintrocknen. Typisch ist die Laubaufhellung infizierter Rosskastanienbäume. Mit zunehmender Erkrankung ist das Welken und Absterben einzelner Äste zu beobachten. Am Stamm und einzelnen Ästen bilden sich Risse und Dellen. Unterhalb der infizierten blutenden Stellen ist das Gewebe verbräunt.

Die Verfärbungen sind lang gestreckt oder auch streifenförmig hellbraun bis rotbraun und teilweise sehr stark nässend. Mit fortschreitendem Befall sterben die Bäume vollständig ab.

Völlig unklar sind bis heute Herkunft und Ausbreitung der neuen Krankheitserreger.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert