„Hotel Mama” beliebt bei jungen Leuten

Von: Ulrike Hofsähs, dpa
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Düsseldorf. Im „Hotel Mama” lebt es sich gut. In Nordrhein-Westfalen wohnt noch ein Drittel der 24-jährigen Erwachsenen unter dem Dach der Eltern. „Sie werden später flügge”, sagte Hans-Josef Fischer, der Präsident des Landesbetriebs Information und Technik, am Dienstag bei der Präsentation des Statistischen Jahrbuchs 2011.

Mit 43 Prozent ist der Anteil der Nesthocker bei den jungen Männern höher als bei den Frauen - da ist es ein Viertel.

Bei der Wahl der Berufe bleiben die männlichen Auszubildenden den Klassikern treu, haben die Statistiker herausgefunden: Am häufigsten wurde die Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker gewählt, gefolgt vom Kaufmann und Verkäufer. Bei den Mädchen kommt die Lehre als Verkäuferin an oberster Stelle, danach die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten und Kauffrau.

An den Hochschulen sind Wirtschaftswissenschaften gleichermaßen bei jungen Männern und Frauen das populärste Studienfach. Bei den weiblichen Studienanfängerinnen folgen als häufigste Fächer dann Germanistik und Psychologie. Die männlichen Erstsemester belegen technische Fächer wie Maschinenbau und Informatik.

Ein Fünftel der Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren verdient eigenes Geld oder jobbt. Allerdings leben die meisten in der Altersgruppe überwiegend vom Unterhalt der Eltern. Bei den jungen Erwachsenen bestreitet schon gut die Hälfte das Leben vom eigenen Geld.

Über zwei Millionen junge Leute im Alter von 15 bis 24 Jahren leben heute zwischen Rhein und Weser. Das sind knapp zwölf Prozent an der Gesamtbevölkerung. Mit der alternden Gesellschaft hat sich das Verhältnis deutlich verschoben. 2010 kommen zehn Senioren auf nur noch sechs junge Leute. Vor einem Vierteljahrhundert lag die junge Generation dagegen noch leicht vorne. Aber die Regionen sind unterschiedlich betroffen: Vor allem im Münsterland sowie im Raum Aachen und Paderborn leben vergleichsweise viele junge Leute.

In Münster verzeichneten die Statistiker mit gut 30 Prozent die höchste Rate bei den jungen Vätern, die sich an der Erziehung ihres Kindes beteiligten und Elterngeld bekamen. NRW-weit waren es 18,1 Prozent.

Die Daten der Statistiker zeigen die Trends. In mehr als einem Drittel der 8,6 Millionen NRW-Haushalte lebte nur ein einziger Mensch. Hochburgen sind Düsseldorf und Köln mit einem Single-Anteil von 50 Prozent. Einen Internetzugang haben fast 93 Prozent der Privathaushalte, 77 Prozent nutzen das Internet jeden Tag. In 28 Prozent der 2010 genehmigten Wohngebäude wird mit Wärmepumpe oder Solarenergie geheizt. Fünf Jahre zuvor waren es noch weniger als 10 Prozent. Und die im vorigen Jahr in NRW erzeugte Menge an Eisen und Stahl reicht für 3000 Eiffel-Türme.
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