Hürtgenwald - Holzpreise klettern in schwindelerregende Höhen

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Holzpreise klettern in schwindelerregende Höhen

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:

Hürtgenwald. Regionalforstamtsleiter Konrad Hecker und damit auch sein Arbeitgeber, der Staat, haben Grund zur Freude. Die Holzpreise haben in den vergangenen Monaten deutlich angezogen. Für den Staatswald bedeutet das bessere Einnahmen, auch im Bereich Rureifel-Zülpicher Börde.

„Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr um zehn bis 20 Prozent gestiegen”, sagt Hecker. Vor einem Jahr hat der Festmeter noch etwa 70 Euro gekostet, heute kostet er knapp 90 Euro - das gute Holz wohlgemerkt, also das Holz, was für die Bauindustrie verwendet werden kann. Schmächtigere Fichten, die für Papier oder Spanplatten gebraucht werden, sind günstiger.

Der Hürtgenwald, das ertragreichste Gebiet des Regionalforstamtes, ist vor allem mit Fichtenholz gut ausgestattet. Und Fichtenholz ist nun mal wichtiger Grundstoff für die Bauindustrie. „Da hat es nach der Krise einen extremen Aufschwung gegeben. Vor allem in den USA und in Großbritannien”, weiß Hecker.

Und dorthin werde unter anderem auch Holz aus dem Hürtgenwald exportiert. Hauptsächlich setzt man im Hürtgenwald aber auf das umweltschonende „Holz der kurzen Wege”, also Holz, das in nächster Nähe verarbeitet wird.

Weniger erfreulich ist die Entwicklung für diejenigen, die im Baumarkt Kanthölzer kaufen oder ihre Öfen mit Holz befeuern wollen. Denn auch der Preis für Brennholz - und da ist das Laubholz sehr viel beliebter - zieht mit an. Laubholz spiele als Wirtschaftsfaktor in der Region aber nur eine untergeordnete Rolle, erklärt Fortsamtsleiter Hecker. Da sind andere Regionen stärker, die größere Bestände und mehr verarbeitende Betriebe haben.

Dennoch wird auch Laubholz aus der Region exportiert. Und zwar nach China. Bauholz können die Chinesen in Korea und Russland quasi vor der Tür einkaufen, Laubholz aber nicht. Das Holz aus dem Hürtgenwald ist aufgrund des Krieges häufig von Splittern geprägt - was hier allenfalls als Brennholz verkauft werden könnte, kann man nach China zu guten Preisen exportieren.

Dort wird daraus Parkett und Spielzeug gefertigt. Kleine Teile also, bei denen die Schäden nicht ins Gewicht fallen. „Das sind aber nur etwa 1000 Festmeter”, sagt Hecker. Beim Bauholz sind es zwischen 30.000 und 40.000. Alles in allem werden im Privat- und im Staatswald 100.000 Festmeter geschlagen, von denen einer im Schnitt durch alle Güteklassen 56 Euro kostet. Das ergibt Einnahmen von 5.600.000 Euro. „Die Holzwirtschaft ist ein Wirtschaftszweig, der Arbeitsplätze schafft”, sagt Robert Jansen, beim Forstamt für den Verkauf des Holzes zuständig.

Viel mehr Holz als in den vergangenen Jahren wird im Hürtgenwald allerdings nicht geschlagen. „Wir sind jetzt an die Grenzen gegangen”, betont Jansen. Zwar könne man die Menge zur Gewinnsteigerung kurz anheben, dauerhaft ginge das aus Gründen der Nachhaltigkeit aber nicht. Und das gelte, so Jansen, auch für die Privatwaldbesitzer, die an das Gesetz gebunden und damit zur Nachhaltigkeit verpflichtet seinen. Würden die Forstwirte jetzt über die Stränge schlagen, müssten die Betriebe in den nächsten Jahren in anderen Region einkaufen und den wenig umweltfreundlichen Transport teuer bezahlen.

Maßeinheiten für Brenn- und Bauholz

Der Festmeter (fm) ist ein Raummaß für Holz. Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter (m3) fester Holzmasse, das heißt ohne Zwischenräume in der Schichtung. Das entsprechende Maß mit Zwischenräumen ist der Raummeter (rm).

Der Schüttraummeter (srm) hingegen ist eine lose geschütteten Holzmenge von einem Kubikmeter. Da die Zwischenräume dann größer sind, ist die Holzmenge geringer.

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