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Hollywood an der FH: Ein „Star Wars“-Film aus Aachen

Von: André Schaefer und Günter H. Jekubzik
Letzte Aktualisierung:
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Gut gegen Böse: Mathis Landwehr und Svenja Jung als Jedi-Ritter. Foto: T7-Production/Jekbuzik
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Gut gegen Böse: Ben Schamma in der Rolle des Darth Maul Foto: T7-Production/Jekbuzik
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Hochkonzentriert am Set: Regisseur Shawn Bu. Foto: T7-Production/Jekbuzik
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Und hoch die Leuchtschwerter: So sieht es aus, wenn ein YouTube-Hit unter professionellen Bedingungen entsteht. Foto: T7-Production/Jekbuzik

Aachen. Wahrscheinlich hätte auch der bequeme Weg ausgereicht. Shawn Bu hätte seine Bachelor-Abschlussarbeit im Fach Kommunikationsdesign an der FH Aachen auch einfach wie jeder andere Student schriftlich anfertigen können. Doch der junge Mann hatte da diese außergewöhnliche Idee, er drehte einen Kurzfilm. Genauer gesagt: einen „Star Wars“-Film.

Zwei Jahre lang war er damit beschäftigt. Kurz nach der Fertigstellung wusste er: Ein erfolgreicher Abschluss seines Bachelor-Studiums dürfte ihm sicher sein. Was er nicht wusste: dass er damit ein Youtube-Star werden würde.

Genau acht Tage ist es nun her, dass Shawn Bus Kurzfilm „Darth Maul: Apprentice“ bei Youtube an den Start ging. Innerhalb weniger Tage ist aus dem Uni-Projekt ein Sensationserfolg geworden. Knapp fünf Millionen Menschen haben sich bis heute den imposanten Kurzfilm angeschaut. Shawn Bu wird von der „Star Wars“-Gemeinde im Internet inzwischen fast schon so gefeiert wie George Lucas, der Erfinder der bekanntesten Weltraumsaga der Kinogeschichte.

Lichtschwerter, Jedi-Kräfte, der ewige Kampf zwischen der hellen und der dunklen Seite der Macht: „Darth Maul: Apprentice“ bietet alles, was die Fans an „Star Wars“ lieben. Doch die Geschichte dreht sich um eine Figur, die im Zuge der „Star Wars“-Episoden nie so richtig zur Geltung kam: Sith-Lord Darth Maul. Der gehörnte Bösewicht ist den Zuschauern ausschließlich aus der ersten Episode „Die dunkle Bedrohung“ bekannt. Danach verschwand er von der Bildschirmfläche. „Meiner Meinung nach bekam er bislang viel zu wenig Aufmerksamkeit“, sagt Bu. „So eine Figur hat viel Potenzial.“

Die 18 Minuten dauernde Geschichte um das Erwachen des besonders mächtigen Sith-Lords Darth Maul und seine letzten Gewissensbisse entstand auch in der Region. Mit Steady-Cam, Drohne und Spezial-Choreograph wurde an Orten der Süd-Eifel rund um Bollendorf und in der Heerlerheide (Limburg) in den Niederlande gedreht. In monatelangen Prozessen und in Kooperation mit vielen FH-internen und externen Künstlern waren neben der 20-köpfigen Crew täglich bis zu acht professionelle Schauspieler am Set.

Die Rollenbesetzung ist durchaus beachtlich: Neben Ben Schamma („Hundert Grad“) als Darth Maul sind unter anderem die Schauspieler Mathis Landwehr („Lasko – Die Faust Gottes“) und Svenja Jung („Unter Uns“; „Die Mitte der Welt“) als Jedi-Ritter und Verteidiger der „guten“ Seite der Macht zu sehen.

Die sagenhaften Effekte stammen selbstverständlich von Meistern ihres Fachs. Denn das Team, das Regisseur Shawn Bu begleitete, ist schon lange professionell tätig: Die T7pro-Filmproduktion von Shawn und Regisseur und Kameramann Vi-Dan Tran drehte schon Videos für Songs von Lena-Meyer Landrut wie „Home“, „Catapult“ und zuletzt „Wild & Free“, der Soundtrack zu „Fack Ju Göhte 2“. 30 Millionen Klicks gab es dafür auf Youtube. Schnell wird klar: Das ist Hollywood-Qualität aus Aachen.

Der Macher des „Star Wars“-Fanfilms kommt übrigens aus guter Schule: Sein Bruder Julien Bam war schon mit JuBa-Films Klick-Millionär auf Youtube, mehrfach haben wir über ihn in dieser Zeitung berichtet. Shawn Bu, der mit richtigem Namen Shawn Budorovits heißt, hat ebenso wie sein Bruder klare Vorstellungen von der Zukunft. Auf die Frage, „Kino oder Klicks?“ antwortet der zurückhaltende, aber am Set äußerst selbstsichere Filmemacher eindeutig: „Beides. Mein Ziel ist es, Kinofilme zu drehen. Im besten Fall einen ‚Star Wars‘-Kinofilm.

Kurzfilme zu drehen, ist der beste Weg zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und sein Können zu zeigen. Deswegen ist es toll, die Möglichkeiten von Youtube zu nutzen, um viele Menschen zu erreichen und Aufmerksamkeit zu erzeugen.“

Bis es soweit ist, möchte Shawn zunächst seinen Master an einer Filmschule machen. Sein nächstes Projekt hat allerdings schon fest im Visier: ein Science-Fiction-Musikvideo. Er sagt: „Ich bin sehr gespannt, was für Auswirkungen der ‚Star Wars‘-Film mit sich bringt.“ Eines ist ihm jedenfalls schon mal sicher: die Aufmerksamkeit in der Filmwelt.

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