Holländische Polizei nimmt Betrügerin aus Nideggen fest

Von: gego
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Nideggen/Aachen. Die niederländische Polizei hat am Mittwoch in Zoutelande eine Unternehmerin aus Nideggen festgenommen, die in der Region Hunderte Menschen betrogen haben soll.

Die Staatsanwaltschaft Aachen bestätigte am Donnerstag entsprechende Informationen unserer Zeitung. Auf Betreiben der Aachener Staatsanwaltschaft wurde die Frau schon seit längerem mit internationalem Haftbefehl gesucht. Wann genau sie sich in die Niederlande abgesetzt hat, sei im Moment noch Gegenstand der Ermittlungen, wie Oberstaatsanwalt Robert Deller gestern erklärte.

Die festgenommene Frau führte in Nideggen ein Unternehmen, das bereits abgeschlossene Lebensversicherungen von Privatkunden aufgekauft hat. Ein Teil der Versicherungssumme wurde gleich an die Kunden ausgezahlt, über den Restwert der Lebensversicherungen wurden individuelle Teilauszahlungen in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen vereinbart. Nach Erkenntnissen der Aachener Staatsanwaltschaft hat die Firma eben diese Teilauszahlungen in vielen Fällen nicht mehr geleistet.

Firma verkauft und geflüchtet

Im Laufe der Jahre, sagte Oberstaatsanwalt Deller gestern, seien „weit über 300 Anzeigen” von offenbar betrogenen Kunden gegen die Unternehmerin bei der Aachener Staatsanwaltschaft eingegangen. Wie hoch die tatsächliche Zahl der Geschädigten sei, habe noch nicht genau ermittelt werden können. Der mittlerweile gestorbene Vater der Frau sei ebenfalls an dem Unternehmen beteiligt gewesen, sagte Deller.

Vor einigen Jahren verkaufte die Frau ihr Unternehmen an einen sogenannten Firmenbestatter. In der Regel werden nur solche Unternehmen an Firmenbestatter veräußert, die kurz vor der Insolvenz stehen oder bereits insolvent sind. Der Firmenbestatter soll dann im Auftrag des Firmenverkäufers das Unternehmen liquidieren, eine neue Geschäftsführung einsetzen und wenn möglich den Unternehmenssitz in ein anderes Bundesland verlegen, damit die für die Insolvenz Verantwortlichen nicht juristisch belangt werden können.

Das Gelang der Frau jedoch nicht: Zuerst erwirkte die Aachener Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl, dieses Jahr dann einen internationalen Haftbefehl. Ihr droht eine Anklage unter anderem wegen Betruges, Untreue und Insolvenzverschleppung, wie Robert Deller gestern bestätigte.
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