Hohenzollernbrücke wird Großbaustelle

Von: Ulrich Simons
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Hohenzollernbrücke
Zu den großen Baustellen gehört die Sanierung der Hohenzollernbrücke in Köln. Die Trasse über den Rhein ist mit täglich über 1200 Zügen eine der meistbefahrenen Eisenbahnbrücken Deutschlands.

Köln. Mit täglich mehr als 1200 Zügen ist die Hohenzollernbrücke eine der meistbefahrenen Eisenbahnbrücken in Deutschland. Doch jetzt droht Chaos: Nach Karneval wird die sechsspurige Brücke über den Rhein zur Großbaustelle.

Ab 7. März müssen sich Bahnkunden vier Wochen lang auf Verspätungen, Zugausfälle und geänderte Abfahrtszeiten gefasst machen. Denn die vielen Züge haben an Gleismaterial und Weichen ihre Spuren hinterlassen.

In Etappen werden zweieinhalb Kilometer Schienen und 14 Weichen für rund elf Millionen Euro erneuert. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf den laufenden Betrieb: Während der Bauarbeiten werden nach Angaben der Bahn rund 240 Züge täglich von der Baustelle zwischen dem Kölner Hauptbahnhof und dem rechtsrheinischen Messebahnhof Köln-Deutz betroffen sein.

Nicht zum ersten Mal Baustelle

Dabei wird die Hohenzollernbrücke nicht zum ersten Mal zur Baustelle: Wegen des hohen Zugaufkommens ist der Verschleiß des Gleismaterials so hoch, dass alle sechs bis acht Jahre eine größere Reparatur fällig wird. Und so wird dann gleich an mehreren Stellen der Schraubenschlüssel angesetzt: Im Hauptbahnhof wird ab 7. März das Gleis 1 für zehn Tage nicht nutzbar sein, weil es komplett erneuert wird. Auf der Brücke werden bis zum 7. April die beiden südlichen Gleise (auf der „Bonner Seite“) ersetzt, in Köln-Deutz ebenfalls Gleis 1, dazu fünf Weichen. Die beiden mittleren Gleise der Hohenzollernbrücke werden an den beiden Osterferien-Wochenenden ausgetauscht, und zwar vom 11. bis 14. und vom 25. bis 28. April.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die Brücke selber ist in einem guten Zustand und muss nicht saniert werden, sagt die Bahn. Und auch die S-Bahnen verkehren normal, weil deren Gleise im Norden der Brücke bereits vor zwei Jahren erneuert wurden. Dennoch sind 20 Prozent der Fernverkehrsverbindungen von Umleitungen betroffen – das sind 110 Züge täglich.

Für Reisende und Berufspendler von und nach Aachen sind im Regionalverkehr vor allem die Änderungen beim Regionalexpress 1 (RE1) Aachen-Köln-Düsseldorf-Essen-Paderborn und beim RE9 Aachen-Siegen interessant. Die Änderungen an den Werktagen im Detail (an Wochenenden können teilweise andere Regelungen gelten):

Der RE 1 verkehrt wie üblich im Stundentakt und fährt weiter über die Hohenzollernbrücke. Einzelne Verstärkungszüge zu den Hauptverkehrszeiten werden jedoch entfallen.

Der RE 9 wird über die Südbrücke umgeleitet. Der Zug hält nicht im Kölner Hauptbahnhof und auch nicht in Köln-Deutz. Stattdessen wurde ein Halt in Köln-Süd eingerichtet. Umsteigemöglichkeiten zum Wechsel in die S-Bahn gibt es in Köln-Ehrenfeld und in Troisdorf.

Änderungen im Fernverkehr:

Der ICE 10 (Köln-Hannover-Berlin) fährt in Richtung Wuppertal/Hamm je nach Zug bis zu zehn Minuten früher ab.

Die meisten ICE 42 (Dortmund-Köln-Mannheim-München) werden über Köln-Messe/Deutz umgeleitet. Der Halt am Kölner Hauptbahnhof entfällt bei diesen Zügen.

Der IC 32 (Berlin-Hannover-Köln-Stuttgart) wird in Einzelfällen in beiden Richtungen über die rechte Rheinseite umgeleitet. Dabei fallen die Halte Köln-Hauptbahnhof und Bonn-Hauptbahnhof sowie teilweise auch die Halte Andernach und Remagen aus.

Insgesamt investiert die Deutsche Bahn im laufenden Jahr mehr als 600 Millionen Euro in die Modernisierung der Eisenbahninfrastruktur in Nordrhein-Westfalen. Auf dem Plan stehen 32 große Einzelmaßnahmen. Dabei werden etwa 370 Weichen, mehr als 170 Kilometer Schienen und rund 300 000 Eisenbahnschwellen erneuert und 400 000 Tonnen Schotter ausgetauscht.

„Die vielfältigen Baumaßnahmen in ganz Nordrhein-Westfalen werden auch in diesem Jahr die Qualität der Eisenbahninfrastruktur nach vorne bringen“, sagte Michael Häßler, Leiter Fahrplan und Vertrieb der DB Netz für NRW, bei der Vorstellung der wichtigsten Projekte am Mittwoch in Düsseldorf.

2014 liegen die Schwerpunkte unter anderem beim Bau von elektronischen Stellwerken in Duisburg und Wuppertal und bei Arbeiten im Bereich der Verkehrsknotenpunkte Köln und Dortmund. Zudem verbessert die Bahn durch zahlreiche Maßnahmen den Lärmschutz für die Anwohner von Bahnstrecken.

Die Bahn weist darauf hin, dass Züge infolge der Umleitungen zu geänderten Zeiten und auf anderen Gleisen ankommen und abfahren können. Auch die Reihenfolge der Wagen kann sich ändern. Reisende sollten sich vor Fahrtantritt im Internet über eventuelle Änderungen informieren.

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