Höchststrafe: Florapark-Mörder müssen zehn Jahre hinter Gitter

Von: Frank Christiansen, dpa
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Düsseldorf. „Was sie hier getan haben, ist unvorstellbar grausam.” Dieser Mord habe die Richter an die Grenzen ihrer Vorstellungskraft gebracht.

Es sind deutliche Worte, die der Vorsitzende Richter Werner Arendes am Dienstag am Düsseldorfer Landgericht findet, als er zwei 19 und 21 Jahre alte Intensivtäter wegen Mordes zur Höchststrafe von zehn Jahren Jugendhaft verurteilt. Trotz ihrer Geständnisse, trotz des starken Alkoholkonsums vor der Tat und problematischer Kindheit sah das Gericht keinen Anlass, die Strafe zu mildern.

Im Düsseldorfer Florapark war das brutale Duo „nach mehreren hässlichen Gewalttaten” im vergangenen August über einen arbeitslosen Journalisten und ehemaligen SPD-Mitarbeiter hergefallen. Zweieinhalb Stunden lang malträtierten sie den wehrlosen 54-Jährigen zunächst mit Fausthieben und Tritten, warfen ihm dann eine 60 Kilogramm schwere Parkbank auf den Kopf, würgten ihn und drückten ihn anschließend im Teich des Parks unter Wasser, bis sie glaubten, dass er tot sei.

Das Flehen einer Freundin, mit ihren Untaten doch endlich aufzuhören, ignorierten die beiden kaltblütig. „Bringt es doch endlich zu Ende”, hatte ihnen der 54-Jährige noch schwer verletzt zugerufen.

Er hat reihenweise Rippenbrüche und ein blutverquollenes Gesicht, als der 21-Jähriges ihn zwischen den brutalen Attacken scheinheilig fragt: „Was ist denn mit dir passiert?” Mit Plastik-Handschuhen und einem Messer kehren die Männer in den Park zurück, um sich zu vergewissern, dass ihr Opfer auch wirklich tot ist und nicht mehr zur Polizei gehen kann.

Doch Hans W. ist wieder zu Bewusstsein gekommen, sitzt völlig benommen am Ufer des Teichs. Da greifen ihn seine Mörder von hinten an und stechen 26 Mal zu.

Hans W. (54) war ein „allseits beliebter, friedfertiger, hilfsbereiter Mann”, wie ihn Richter Arendes beschreibt. Er hatte studiert, war nach einer längeren Krankheit arbeitslos geworden und hatte zu trinken begonnen. Er müsse „schlimmste Schmerzen und fürchterliche Todesangst gehabt haben”.

Ihm wurde zum Verhängnis, dass er den Haupttäter verdächtigte, für den Tod einer Rentnerin an gleicher Stelle ein Jahr zuvor verantwortlich zu sein. Die Polizei hat damals keine Hinweise auf ein Verbrechen entdecken können, als sie die Frauenleiche in dem Teich findet, aber „Hans, der Professor”, wie sie ihn im Park nennen, will sich damit nicht abfinden - und wird schließlich selbst zum Opfer.

Die Gewaltexzesse der beiden Heranwachsenden trafen schon in der Vergangenheit meist Schwächere: Mal einen Behinderten, mal ein Mädchen. Kopfschüttelnd sitzt der bullige 19-Jährige in seinem zu engen Sakko auf der Anklagebank, als er das Urteil hört. Dennoch verzichtet er auf Rechtsmittel.
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