Hochkaräter bei der diesjährigen Presse-Enten-Vergabe

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
4561326.jpg
an Sonja Mikich und Nicholas Müller (links Solveig Münstermann, Mitte Hubert vom Venn, rechts Wolfgang Stach)

Aachen. Das Preisträger-Duo bei der „Enten“-Verleihung 2012, die der Bezirksverein Aachener Presse im DJV jährlich vornimmt, hat sich – vorab nicht kennend – anscheinend gesucht und gefunden.

Die zwei in der Aachener Sternwarte geehrten Persönlichkeiten aus der Region sind die WDR-Journalistin Sonia Mikich, bislang Chefin des Nachrichten-Magazins Monitor im Ersten, sowie der Sänger der Kultband Jupiter Jones, Nicholas Müller.

Denn kaum hatte der Vorsitzende Hubert vom Venn die betont legere Zeremonie beendet, vertieften sich die öffentlich-rechtliche Top-Frau des investigativen Journalismus und der junge Erfolgssänger von Jupiter Jones in Gespräche über Pop-Musik und den oftmals vermissten politischen Anspruch im Genre. Wer Sonia Mikich kennt, der weiß, dass das ein Muss bei der durch und durch wahrheitsliebenden und unbequemen Journalistin ist. Natürlich war das ihrer Laudatorin bestens bekannt. Die Aachener WDR-Journalistin Solveig Münstermann und die Preisträgerin kennen sich seit etwa drei Jahrzehnten, dies auch privat. So konnte Münstermann eine Reihe schöner Anekdoten berichten auf dem Weg der einstigen Volontärin bei der damaligen Aachener Volkszeitung in den Medien-Olymp des Nachrichten-Flaggschiffs Monitor.

So etwa: Als Mikich nach einer sechsjährigen Zeit als ARD-Korrespondentin in Moskau dann Leiterin des Pariser ARD-Studios wurde, berichtet Kollegin Münstermann schmunzelnd den etwa 40 Anwesenden, sei als erstes spontan der Satz gekommen „Ich werde auf keinen Fall über Haute-Couture-Modenschauen berichten“, habe sie gesagt. Schade, kommentierte die Laudatorin bedauernd, denn die Feministin, die lange auch für Alice Schwarzer schrieb, habe einen sehr guten Geschmack. Nun zu Nicholas Müller. Der Sänger, das stellte sein Laudator, Musikproduzent Wolfgang Stach heraus, sei ein Mensch, in dessen Seele der Einsatz für Toleranz und gegen jeden Rassismus verwurzelt ist.

Der Ur-Eifler aus der schönen Schneeeifel bei Prüm, brachte letztes Jahr den Jupiter-Jones-Hit „Still“ in die Charts und wurde als Persönlichkeit geehrt, die sich energisch um seine Heimat gekümmert, sich um sie verdient gemacht hat. Nicht nur um die: Wegen des Begriffes „Heimat“ legte er sich mit der Tiroler Band „Freiwild“ an, der er Nazitum und braune Gesinnung öffentlich im ZDF-Magazin Aspekte vorwarf. Seit der Zeit müsse er sich eines Shit-Storms großen Ausmaßes erwehren, sagte er in seiner Dankesrede. Eine ebensolche hielt gleichermaßen Sonia Mikich: Dank an alle.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert