Hilferuf der JVA-Bediensteten lange vor dem Ausbruch

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Nach dem Ausbruch von zwei Schwerverbrechern aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Aachen gerät Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) immer stärker unter politischen Druck.

In einem vierseitigen Brandbrief an die NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter hatte der Personalratsvorsitzende der Aachener Justizvollzugsanstalt, Frank Mertzbach, bereits Ende August 2009 auf die prekäre Sicherheitslage in der JVA Aachen aufmerksam gemacht.

„Aus Sicht des hiesigen Personalrats ist die Sicherheit der Anstalt nicht mehr gewährleistet”, heißt es in dem Schreiben, das den „Nachrichten” im Wortlaut vorliegt. Im folgenden Schlusssatz wird die Ministerin dringend gebeten, die „Aachener Besonderheiten” zu berücksichtigen und schnellstens zu helfen.

Der hohe Krankenstand und die Belegung mit Schwerkriminellen forderten besondere Maßnahmen. „Wir haben hier das schwierigste Klientel des Landes!”, heißt es in dem Brief. Es komme „immer wieder zu Übergriffen auf Bedienstete, sowie zu Übergriffen auf Gefangene”, schrieb Mertzbach.

In der Erwiderung des Ministeriums vom 8. Oktober wird dies bestritten, allerdings wird mehr Personal zugesichert. Die Zustände in der JVA-Aachen werden am Freitag auch den Landtag beschäftigen.

Gegen einen mutmaßlichen zweiten Helfer der Ausbrecher wird unterdessen ermittelt. Laut Oberstaatsanwalt Robert Deller fuhr der Mann nicht zufällig mit dem Taxi an der JVA vor, als seine Kollegen flüchteten. Deller: „Sie saßen im gleichen Hafthaus. Das war abgesprochen.”
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