Herzogenrath - Herzogenrather gestaltet für Papst-Vertrauten ein Schmuckkreuz

Herzogenrather gestaltet für Papst-Vertrauten ein Schmuckkreuz

Von: Alexander Barth
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Der hölzerne Entwurf: Stephan Bücken fertigte für den Papst-Vertrauten Gänswein ein Kreuz mit eingefasstem Bergkristall. Foto: Barth
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Vergoldetes Silber und ein Bergkristall mit Turmalin: Der Kohlscheider Kunstschmied Stephan Bücken hat für den Papst-Vertrauten Georg Gänswein ein edles Vortragskreuz mit einem eingefassten Bergkristall gefertigt.

Herzogenrath. Viel Zeit hatte Stephan Bücken nicht. Als Papst Benedikt der XVI. am XX. Dezember die Ernennung seines langjährigen Privatsekretärs Georg Gänswein zum Erzbischof bekannt geben ließ, dauerte es nicht lange, bis in Bückens Herzogenrather Silberschmiede das Telefon klingelte.

Gänsweins Heimatbistum Freiburg wollte seinem „erfolgreichen“ Kirchensohn ein Geschenk machen: Ein Pektoral, ein wertvolles Schmuckkreuz, sollte es sein – in weniger als zwei Wochen Arbeitszeit herzustellen. „Eigentlich bin ich überhaupt kein Last-Minute-Arbeiter“, sagt Bücken. Für einen der engsten Mitarbeiter des Papstes machte er eine Ausnahme, „und das nur zu gerne.“

Am Ende wurde es eine Punktlandung: Gerade rechtzeitig zur Weihe Gänsweins im Petersdom am 6. Januar traf das Kreuz aus der Kohlscheider Schmiede in Rom ein. Erst einen Tag zuvor war Bücken persönlich nach Freiburg gereist, um den Bistumsvertretern das Pektoral mit auf den Weg zu geben. „Bis zum letzten Moment habe ich mit Hochdruck gearbeitet. Am Silvesterabend saß ich bis halb zwölf abends an der Werkbank.“ Die Zeit drängte bereits, als der Silberschmiedemeister den klerikalen Auftrag annahm. „Normalerweise lege ich Wert auf Austausch und Interaktion mit meinen Kunden. Ich beziehe sie in den Entstehungsprozess der Stücke ein und versuche, ein bisschen von der Persönlichkeit einzubringen.“

Im Fall Georg Gänswein hatte er dazu keine Gelegenheit, auf der Suche nach Informationen machte sich Bücken das Internet und außerdem die Tatsache zu nutze, dass der Privatsekretär des Papstes mittlerweile ein gefragtes Boulevard-Thema hergibt: „Auch ich habe die Klatschblätter gelesen“, sagt der Kohlscheider Silberschmied und grinst. Dort wird der 56-jährige Gänswein schon mal als „George Clooney des Vatikan“ bezeichnet. Stephan Bücken hat wenig für solche Attribute übrig, er interessierte sich vielmehr für die Biografie und auch ein wenig für den Stil des frischgebackenen Erzbischofs.

Der hatte in einer privaten Audienz vom Papst persönlich die Weihe erhalten. Im Dezember hatte Benedikt XVI. seinen Privatsekretär zusätzlich zum Präfekten des päpstlichen Hauses ernannt, einer Art Büroleiter und Haushaltsvorsteher. Dieses Amt ist traditionell mit dem Bischofsrang verbunden. Gänswein, der dem heutigen Papst seit 2003 als Privatsekretär dient, wohnt über den Privatgemächern des Papstes im Apostolischen Palast und ist einer seiner engsten Vertrauten.

Der Stolz des Kunsthandwerkers Bücken gebietet den Wunsch nach ganz weltlichem Rückmeldung aus dem Vatikan: „Es wäre schon toll zu erfahren, ob es ihm gefällt. Außerdem wünsche ich mir natürlich, dass er das Kreuz so oft wie möglich trägt.“ Die Chancen stehen sicher nicht schlecht, gehört das Pektoral doch neben Mitra, Stab und Ring zu den Insignien eines Bischofs. Er wolle ihm einen Brief schreiben, erklärt Stephan Bücken, „vielleicht ergibt sich mal ein Treffen.“

Das edle Vortragskreuz ist längst nicht die erste Arbeit von klerikaler Bedeutung eines Mannes, der sich selbst als „gläubig, aber nicht verbissen“ bezeichnet. Bereits 2003 gestaltete Bücken, der 1996 den Traditionsbetrieb seines Vaters übernahm, die Insignien für Freiburgs Bischof Robert Zollitsch. 2007 gestaltete der Familienvater das Schloss am Marienschrein des Aachener Doms.

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