Herrenloser Koffer im RE1: Bahnhof Eschweiler evakuiert

Von: heck/rpm/pa
Letzte Aktualisierung:
eschweiler
Nachdem der RE1 im Eschweiler Hauptbahnhof gestoppt worden war, untersuchten Beamte der Bundespolizei mit einem Spürhund den verdächtigen Koffer. Foto: Rudolf Müller
eschweiler
Nachdem der RE1 im Eschweiler Hauptbahnhof gestoppt worden war, untersuchten Beamte der Bundespolizei mit einem Spürhund den verdächtigen Koffer. Foto: Rudolf Müller
eschweiler
Nachdem der RE1 im Eschweiler Hauptbahnhof gestoppt worden war, untersuchten Beamte der Bundespolizei mit einem Spürhund den verdächtigen Koffer. Foto: Rudolf Müller
eschweiler
Nachdem der RE1 im Eschweiler Hauptbahnhof gestoppt worden war, untersuchten Beamte der Bundespolizei mit einem Spürhund den verdächtigen Koffer. Foto: Rudolf Müller
eschweiler
Nachdem der RE1 im Eschweiler Hauptbahnhof gestoppt worden war, untersuchten Beamte der Bundespolizei mit einem Spürhund den verdächtigen Koffer. Foto: Rudolf Müller
re1 bhf eschweiler koffer
Nachdem der RE1 im Eschweiler Hauptbahnhof gestoppt worden war, untersuchten Beamte der Bundespolizei mit einem Spürhund den verdächtigen Koffer. Foto: Leah Hautermans

Eschweiler. Der Eschweiler Hauptbahnhof ist am Freitagvormittag geräumt worden. Zuvor war gegen 10 Uhr im Regionalexpress 1 nach Aachen ein herrenloser Koffer entdeckt worden. Der Zug wurde im Bahnhof gestoppt, die Bahnstrecke zwischen Aachen und Köln gesperrt. Gegen 10.45 Uhr gaben Beamte der Bundespolizei schließlich Entwarnung: Der Koffer enthielt nur harmlose Gegenstände.

„Der Zugebegleiter hatte beim Gang durch den Zug in einem Waggon einen Trolley in der Ablage entdeckt“, erklärte der Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Aachen, Knut Paul. Als sich auf eine Durchsage im Zug kein Besitzer meldete, leitete der Bahnmitarbeiter mit Namen Michael Breuer das vorgeschriebene Verfahren ein und informierte die Polizei und die Bahnleitstelle in Duisburg.

Vor dem Einlaufen des Zuges kurz vor 10 Uhr wurden die Reisenden über die Situation informiert. Nachdem der Zug am Bahnhsteig zum Halten gekommen war, wurde er komplett evakuiert. „Das lief alles geordnet und ruhig ab“, berichtete Pressesprecher Paul. Viele Reisende hätten ausdrücklich Verständnis für die Sicherheitsmaßnahme geäußert.

Auch das Bahnhofsgelände wurde geräumt. Die Fahrgäste sammelten sich vor dem Hauptgebäude. Viele stiegen kurzerhand in Busse um, um an ihr Ziel zu gelangen.

Die Bahn informierte auf ihrem Twitter-Account, dass der Streckenabschnitt zwischen Stolberg-Hauptbahnhof und Langerwehe gesperrt wurde. Reisenden wurde empfohlen, mit der Regionalbahn 20 weiterzufahren.

 

Bundespolizeibeamte rückten mit Sprengstoffspürhund Ike aus Alsdorf an, um das verdächtige Gepäckstück zu begutachten. Nachdem das Tier bei dem violetten Koffer nicht anschlug, wurde er geöffnet. „Er enthielt nur persönliche Dinge“, sagte Polizeisprecher Paul. Gegen 10.45 Uhr konnten die Beamten der Bundespolizei die Flatterbänder, mit denen der Bahnhof abgesperrt worden war, wieder einrollen.

Anhand von Visitenkarten konnte auch der Besitzer des Trolleys ausfindig gemacht werden. Er war nicht im Zug. Die Polizei ermittelt nun die Hintergründe, ein Verfahren wegen einer Betriebsstörung wurde eingeleitet. Ob die Bahn Schadenersatzforderungen an den Kofferbesitzer stellen wird, war zunächst offen.

Für das Verhalten des aufmerksamen Zugbegleiters hatte Knut Paul nur Lob: „Der hat alles genau richtig gemacht.“ Gerade im Zusammenhang mit dem Fund eines verdächtigen Pakets in einem Intercity nach der Absage des Fußball-Länderspiels Deutschland-Niederlande sei Vorsicht angebracht gewesen.

„Besser einmal zu viel als einmal zu wenig alarmieren“, betonte die Bundespolizei. Und warnte gleichzeitig mögliche Trittbrettfahrer, die Polizei unnötig zu beschäftigen und Menschen in Angst zu versetzen. Das könne böse Folgen haben. So werde zum Beispiel die Bahn einem Täter, der den Bahnbetrieb etwa durch eine falsche Bombendrohung störe, den wirtschaftlichen Schaden in Rechnung stellen. Und das kann in die Hunderttausende gehen.

Fast zeitgleich wurde am Freitagvormittag unterdessen bekannt, dass die Polizei den Besitzer des Pakets ausfindig gemacht hat, das am Dienstag für so große Aufregung gesorgt hatte. Es war von der Polizei zunächst für eine gut gemachte Bombenattrappe gehalten worden.

Es handelt sich bei dem Eigentümer nach Angaben eines Bundespolizeisprechers um einen Ingenieur aus dem Ruhrgebiet, der in dem Päckchen Elektrobauteile und Kabel bei sich hatte. Der Mann habe glaubhaft versichert, dass er das Paket im Zug vergessen hatte, als er in Hannover hastig in eine andere Bahn umsteigen musste.

Dass er damit große Aufregung auslöste, habe er nicht mitbekommen. Am Tag nach dem Terroralarm habe der Mann sein Paket in einem Fundbüro im Ruhrgebiet als vermisst gemeldet. Danach habe die Polizei Kontakt zu ihm aufgenommen.

Der Ingenieur habe glaubhaft versichert, dass er keine bösen Absichten gehabt habe. Mit einem Strafverfahren müsse er nicht rechnen, sagte der Sprecher der Bundespolizei, Jörg Ristow.

Leserkommentare

Leserkommentare (26)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert