Henri-Chapelle: „Verfluchter Baum“ ist gefällt

Von: heck
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Ende auf Anweisung des Bürgermeisters: Ein unfallträchtiger Baum bei Henri-Chapelle wurde jetzt gefällt. Symbolfoto: dpa

Welkenraedt. Ein Baum an einer Landstraße im belgischen Henri-Chapelle bei Welkenraedt ist auf direkte Anweisung des Bürgermeisters gefällt worden. An dem „verfluchten Baum“, wie er in belgischen Medien genannt wurde, waren zuvor mehrere Menschen bei Autounfällen gestorben.

Erst im März kamen zwei junge Frauen ums Leben, als ihr Kleinwagen in der Nacht zum Ostersonntag gegen den Unglücksbaum an der Nationalstraße 3 stieß, der sogenannten Route Charlemagne. Drei weitere Jugendliche überlebten den Unfall schwer verletzt.

Die Insassen der Autos hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit überlebt, wenn an der Unfallstelle kein Baum gestanden hätte, sagte der örtliche Polizeichef gegenüber der Zeitung La Meuse.

Als Alternative zur Fällung wurde auch der Bau einer Leitplanke am Straßenrand diskutiert. Der Gedanke wurde aber wieder fallen gelassen, da sie den unerwünschten Effekt gehabt hätte, ein Auto nach einem Aufprall in die Mitte der Straße zurückzuschleudern und so den Gegenverkehr zu gefährden. Gegner der Fällung hatten gefordert, den Baum stehenzulassen und stattdessen den Verkehr sicherer zu gestalten.

Nachdem auch die wallonischen Behörden einen Antrag auf Fällung abgelehnt hatten, schuf der Welkenraedter Bürgermeister Jean-Luc Nix nun Fakten: Per Eilantrag ordnete er in eigener Initiative an, den Baum abzusägen.


Der Gedanke an den Baum habe ihm große Sorgen gemacht, sagte er. Er wolle nicht, dass noch mehr Menschen am Unfallort ihr Leben verlören. Der Vater eines der Unfallopfer äußerte sich in einem Zeitungsinterview erleichtert.


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