Düren - Henning Krautmacher: „Düren könnte ein Stadtteil von Kölle sein“

Henning Krautmacher: „Düren könnte ein Stadtteil von Kölle sein“

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Höhner-Sänger Henning Krautmacher ist in der Manege in seinem Element. Foto: Abels
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Die ukrainische Truppe „Crazy Flight“ formt in der neuen „Höhner Rockin‘ Roncalli Show“ in Sekundenschnelle menschliche Pyramiden und Statuen. Foto: Friedrich Klanwiter

Düren. Die „Höhner Rockin‘ Roncalli Show“ – die in ihrer Form einmalige Kombination der Roncalli-Zirkuspoesie und der Hits der Kölner Kultband geht in eine neue Runde: „Funambola“ heißt die neue Show, die nach der Premiere in Trier vom 20. bis 29. Mai in Düren Station macht.

Im Vorfeld sprach unser Redakteur Jörg Abels mit Höhner-Sänger Henning Krautmacher über das neue Programm und das Erfolgsrezept der Show.

Herr Krautmacher, wie fühlt es sich an, wieder in der Manege zu stehen?

Krautmacher: Auch wenn der Clown sowohl im Karneval als auch im Zirkus eine große Rolle spielt, so sprechen wir hier doch von zwei völlig unterschiedliche Welten. Getreu dem Motto „Alles zu seiner Zeit!“ blicke ich entspannt zurück auf die hinter uns liegende Session, in der unsere beiden Neuzugänge Micki und Wolf gezeigt haben, dass sie sich nahtlos in das Band-Gefüge eingereiht haben. Dasselbe gilt jetzt aktuell für die laufende Show „Funambola“. Die beiden sind echte „Zirkus-Pferde“ und es macht mir ungeheueren Spaß, mit ihnen in der Manege spielen zu dürfen.

Seit 16 Jahren gibt es die „Höhner Rockin‘ Roncalli Show“. Was ist aus Ihrer Sicht das Erfolgsrezept?

Krautmacher: Auf eine solche Frage antworte ich immer gerne philosophisch: Zum Erfolg gehört immer ein bisschen Sein, ein bisschen Schein und ganz viel Schwein! Und genau Letzteres, nämlich Schwein, im Sinne von Glück – das haben wir!

Wie sieht das Glück aus?

Krautmacher: Es ist einfach toll, dass wir ein solch großartiges und professionelles Team im Rücken haben, mit dem wir die jeweilige Show gestalten können. Bernhard Paul und sein gesamtes Team vom Zirkus Roncalli, unser Freund und Regisseur Thomas Bruchhäuser und Last not least, jedes Mal aufs Neue, die wohl weltbesten Artisten, die man sich vorstellen kann. Es soll auch Menschen geben, die behaupten, dass unsere Lieder auch eine nicht unmaßgebliche Rolle spielen (lacht).

Die neue Show heißt „Funambola“. Was verbirgt sich hinter dem Namen, der im Italienischen für Seiltanz steht?

Krautmacher: In der Tat: „Funambola“ bedeutet die Seiltänzerin oder der Seiltanz. Gemeint sind in unserem Falle auch der Drahtseilakt und die Kapriolen des Lebens. Ob stramm gespanntes Hoch-Seil, Schlapp-Seil oder Spring-Seil – es ist wieder einmal erstaunlich, mit welcher Eleganz, Poesie aber auch wie atemberaubend die Artisten mit dem Seil umgehen. Das Seil – oder besser – das Band der Sympathie, dürfte aber auch für alle anderen zirzensischen Darbietungen und musikalischen Beiträge schnell geknüpft werden.

Vor der Premiere in Trier hatten Sie nur wenige Tage Zeit für Proben? Wie gelingt es in so kurzer Zeit, sich auf die neuen Artisten und ihre Darbietungen einzustellen?

Krautmacher: Das war in diesem Jahr wahrlich ein Abenteuer! Uns haben nur sieben Tage zur Verfügung gestanden und davon musste auch noch ein Tag gestrichen werden, weil wir zu einer Fernsehshow nach Leipzig fliegen mussten. Also haben wir an den verbleibenden Tagen einfach etwas länger als normal geprobt – und zwar bis zu zwölf Stunden. Gottseidank aber können wir ja auf eine langjährige Erfahrung zurückblicken und außerdem waren wir – was unser musikalisches Handwerk angeht – bestens vorbereitet.

Wer entscheidet, welche Songs aus Ihrem ja schier unendlichen Repertoire zu welchen Darbietungen gesungen werden. Schreiben Sie auch neue Stücke extra für die Show?

Krautmacher: Entschieden wird – wie immer – recht demokratisch. Unser musikalischer Direktor ist Hannes Schöner. Der macht meistens erst einmal einen sogenannten „Serviervorschlag“ und dann muss sich das Programm in den Probephasen langsam entwickeln. Es gibt im vorliegenden Fall einen Titel-Song, der den Namen der Show trägt: Funambola. Und auch der Hauptdarsteller José hat ein eigenes Lied bekommen, das den Zuschauern den Inhalt der Show eröffnet. Neben diesen beiden Neukompositionen spielen wir noch weitere acht neue Songs aus dem aktuellen Album „Alles op Anfang“.

Und darüber hinaus?

Krautmacher: Natürlich auch noch die Lieder, die man von uns erwartet: die Hits der Band. Welcher Song, zu welcher Zeit „dran“ ist, das ergibt sich aus den rhythmischen Vorgaben der Artisten und aus der Dramaturgie der gesamten Show. So entstehen dann auch mitunter regelrechte „Mash-ups“ aus bekannten Hits und neuen Liedern.

Müssen Sie den Artisten aus aller Welt auch schon einmal die kölschen Texte übersetzen?

Krautmacher: Das ist sogar zwingend erforderlich! Schließlich wollen die Artisten doch wissen, welche Inhalte die Höhner da von sich geben, während sie in der Manege ihre atemberaubende Kunst zeigen. Es ist schon mehrfach vorgekommen, dass Artisten nach ihrer gemeinsamen Zeit mit uns in der „Höhner Rockin‘ Roncalli Show“, in anderen Shows in Deutschland, mit unserer Musik weiterarbeiten.

In Düren ist die „Höhner Rockin‘ Roncalli Show“ Stammgast. Worauf freuen Sie sich besonders?

Krautmacher: Dass wir in Düren gerne Stammgäste sind, hat natürlich seine Gründe: Hier stimmt einfach alles. Der Standort Annakirmesplatz, die Park-Möglichkeiten für die Besucher, die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Stadt, aber Last not least freue ich mich persönlich besonders auf die herzliche Stimmung, die bei jeder Veranstaltung im Zelt herrscht. Was das angeht – bitte richtig verstehen – so empfinde ich jedes Mal, dass Düren ein Stadtteil von Kölle sein könnte (lacht).

Noch eine persönliche Frage zum Schluss: Sie stehen bereits seit 30 Jahren mit den „Höhnern“ auf der Bühne. Denkt man mit fast 60 Jahren auch schon mal an Ruhestand?

Krautmacher: Das stimmt: Mehr als die Hälfte meines Lebens bin ich nun schon ein Hohn. Aber es wäre nicht richtig, wenn ich nicht jetzt schon daran denken würde, dass es die Höhner noch so lange wie möglich geben sollte – auch ohne mich! Vielleicht muss der Wechsel des sogenannten Front-Mannes ein wenig länger vorbereitet werden – und mein Nachfolger über einen Zeitraum von vielleicht zwei Jahren eingeführt werden. Eines können die Höhner mit ihrer 44-jährigen Geschichte getrost behaupten: Kein Personalwechsel hat dazu geführt, dass die Band sich verschlechtert hätte. Wenn der Herrgott will, dann würde ich aber gerne noch ein paar Jährchen meine Rolle spielen.

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