Langerwehe - Helmut K. wegen psychischer Störung nicht zurechnungsfähig

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Helmut K. wegen psychischer Störung nicht zurechnungsfähig

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:

Langerwehe. Dass Langerwehe seinen Frieden wieder hat, kann man vielleicht nicht sagen, aber die Ereignisse vom 9. Mai sind dieser Tage kein großes Thema mehr im Ort. Der Familienvater Helmut K. hatte im Gemeindeteil Merode in jener Nacht seine Frau erschossen und drei weitere Menschen mit einem Gewehr, das er illegal besaß, zum Teil schwer verletzt.

Zuvor, in derselben Nacht, war K. in Kerpen gewesen und hatte dort die Schwester seiner Frau und ihren Mann erschossen. Als die Polizei ihn später stellte, schoss sich K., 63, in seinem Auto sitzend in den Kopf – und überlebte.

Die Aachener Staatsanwaltschaft hat am Dienstag die Ermittlungen in diesem Fall eingestellt, was genau passiert ist und vor allem warum, werden die Menschen in Langerwehe möglicherweise nie erfahren. Gleich nach seiner Einlieferung am frühen Morgen des 9. Mai war Helmut K. in ein künstliches Koma versetzt worden. Bei seinem Suizidversuch hatte K. sich schwere Verletzungen an Schädel und Gehirn zugefügt, die Ärzte wussten nicht, ob er jemals wieder aus dem künstlichen Koma erwachen würde. Doch Ende Juni wachte K. entgegen erster Prognosen wieder auf. Die Ärzte verlegten ihn in die psychiatrische Abteilung.

Ein Gutachter stellte später, als K. wieder ansprechbar war und auch selbst zu sprechen begann, eine psychische Erkrankung fest, ohne sie näher spezifizieren zu können. K. ist aufgrund einer psychischen Störung nicht zurechnungsfähig, ob sich an diesem Zustand noch einmal etwas ändert, sei zweifelhaft. Er wurde in ein Hospiz des Klinikums verlegt.

Aus diesem Grund ist K. für die Aachener Staatsanwaltschaft nach wie vor nicht zu vernehmen. Behördensprecher Jost Schützeberg erklärte am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung, dass K. auch aufgrund fehlender Zurechnungsfähigkeit nicht an einer Gerichtsverhandlung würde teilnehmen können, deswegen wird keine Anklage gegen ihn erhoben. Allerdings werde K.s Zustand regelmäßig überprüft. Sollte sich sein Zustand ändern, werde das Ermittlungsverfahren wieder aufgenommen und wohl auch Anklage erhoben.

Das Motiv bleibt im Dunkeln

Dass es wahrscheinlich nie zu einem Verfahren gegen Helmut K. kommen wird, ist auch deswegen für Opfer, Angehörige und den ganzen Ort Merode eine schlechte Nachricht, weil das Motiv für seinen Amoklauf nun kaum je aufgeklärt werden kann. Dass mit Helmut K. etwas nicht stimmte, wusste in Merode jeder, der ihn kannte, er galt als Sonderling.

Als Frührentner war er regelmäßig mit seinem Fahrrad durch den Ort gefahren, trug seinen Sonntagsanzug, einen Bundeswehrparka und weiße Handschuhe. Manchmal schrie er Drohungen in den Ort oder kritzelte sonderbare Botschaften an das Tor seines Hauses. Passiert ist aber nie etwas.

Die Staatsanwaltschaft und wohl die meisten Menschen im Ort gehen davon aus, dass Helmut K. schon vor seinem missglückten Suizidversuch an einer psychischen Störung litt. Dass er auch gefährlich war, hat die meisten überrascht.

Sein Sohn, Ende 20, lebt und arbeitet nicht im Kreis Düren. Was mit seinem Elternhaus in Merode passiert, ist offen. Es ist das einzige, was im Ort noch an Helmut K. und die Nacht vom 9. Mai erinnert.

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