Helmut Brandt erfüllt sich seinen Traum

Von: Udo Kals und Jutta Geese
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Abschluss eines fairen Wahlkampfs: Martin Peters (r.) gratuliert Helmut Brandt (l.) zum Sieg. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Als gegen 17.30 Uhr CDU-Geschäftsführer Carsten Mannheims dicke Blumensträuße ins Kreishaus hievte, da konnte er bestenfalls nur hoffen, dass Helmut Brandt diese als Sieger im Kampf um das Direktmandat für den Bundestag entgegennehmen wird.

Knapp zweieinhalb Stunden später war es dann Gewissheit. Und Parteichef Axel Wirtz war es dann sichtlich eine Freude, dem alten und neuen Bundestagsabgeordneten rote Rosen zu überreichen.

Denn es galt, einen durchaus historischen Triumph über die SPD zu feiern. Oder wie es Helmut Brandt später ausdrückte: „Seit 2002 kandidiere ich für den Bundestag. Und es war seit jeher ein Traum von mir, dieses Direktmandat zu holen.” Jetzt hat er seinen Traum realisiert, schließlich ist er 2005 kurz vor Ende der Legislaturperiode als Nachrücker ins Parlament eingezogen, bei der Wahl 2005 dann über die Liste.

Am Sonntag hat es der Rechtsanwalt im Kreis Aachen als erst vierter Christdemokrat nach Franz Mühlenberg in den 50ern, Josef Müller in den 60ern und Hans Peter Schmitz 1983 geschafft, das Direktmandat zu holen. Und das „mit einem tollen Ergebnis, das ich so nicht erwartet hätte”, bekannte er. „Natürlich hatte ich eine günstige Ausgangsposition, auch weil Achim Großmann für die SPD nicht mehr angetreten ist”, meinte Brandt.

Aber der 58-Jährige reklamierte auch für sich: „Wenn man glaubwürdig ist, klare Kante zeigt und hält, was man verspricht, dann wird man belohnt.” Das wolle er weiterhin im Kreis Aachen und in Berlin machen, sagte Brandt, der seinen SPD-Kontrahenten Martin Peters mit rund sieben Prozent (40,1 Prozent zu 34,3 Prozent) sicher auf Distanz halten konnte.

Dass dies dennoch ein „respektables Ergebnis” sei, wie SPD-Parteichef Martin Schulz betonte, konnte den 26-Jährigen aus Stolberg kaum trösten. „Ich hatte gedacht, den Wahlkreis gewinnen zu können”, meinte der sichtlich enttäuschte Peters, der Brandt zu seinem Sieg gratulierte und auch etwas Positives aus dem Wahlergebnis zog: „Wir sind deutlich über dem Ergebnis im Bundesschnitt. Das macht Mut.” Jetzt gelte es, diese Niederlage zu analysieren, meinte Schulz, der noch im Kreishaus seine Genossen und vor allem Peters aufmunterte: „Er war der richtige Kandidat. Und er wird in der SPD noch eine hervorragende Rolle spielen.”

Aufmunterung hatten die Vertreter der anderen Parteien nicht nötig. Beispiel FDP. „Ehrlich gesagt, hätte ich nicht damit gerechnet so ein tolles Ergebnis zu erzielen. Das macht mich schon stolz”, sagte Stefan Rohmann, der seit drei Jahren in der Politik ist und auf Anhieb mehr als acht Prozent der Erststimmen erzielte.

Beispiel Linkspartei. „Mein Ergebnis überrascht mich und zeigt, dass die Linke im Kreis Aachen Potenzial hat”, sagte Andreas Müller, der im Rennen der Direktkandidat auf Platz 3 und damit zwei Ränge vor Bettina Herlitzius landete. Und die Grünen-Politikerin ist immerhin 2007 als Nachrückerin in den Bundestag gekommen. Ob sie in der kommenden Legislaturperiode wieder im Parlament sitzen wird, stand bei Redaktionsschluss noch nicht ganz fest.

Während Parteichef Dr. Thomas Griese sie am Sonntagabend bereits „ohne Blumen” feierte, trat die Herzogenratherin auf die Bremse: „Ich freue mich erst, wenn es wirklich feststeht.” Denn schon einmal galt sie eine Wahlnacht lang als Abgeordnete - und hatte montags morgens ein böses Erwachen. Und so war sie am Sonntag erst einmal mit dem Ergebnis zufrieden - so oder so...
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