Helfer der „Sauerland”-Gruppe kündigt Geständnis an

Von: ddp
Letzte Aktualisierung:

Frankfurt/Main. Im Prozess gegen zwei mutmaßliche Helfer der sogenannten Sauerlandgruppe vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main hat einer der Angeklagten am Montag ein Geständnis angekündigt.

Der 28-jährige Omid S. werde bei der Prozessfortsetzung am 1. September „substanziell” aussagen, kündigte der Verteidiger des 28-jährigen Deutsch-Afghanen aus Dietzenbach (Landkreis Offenbach) an. Die Bundesanwaltschaft wirft S. sowie dem 27-jährigen Türken Hüseyin Ö. aus dem südhessischen Langen vor, der usbekischen Islamischen Jihad Union (IJU) zugearbeitet zu haben.

Beide Männer sollen demnach mit dem derzeit vor dem OLG Düsseldorf angeklagten Adem Y. aus der Sauerlandgruppe kooperiert haben. Ein ursprüngliches Teilgeständnis hatte Ö. bei der Prozesseröffnung im Juni widerrufen. Weil Ö. nach Erkenntnissen des Frankfurter OLG seine „illegale Ausreise” plante, wurde er vergangene Woche erneut inhaftiert. Nach Aussagen von Ermittlern soll er im Besitz von Bustickets für eine Fahrt nach Istanbul gewesen sein. Er habe sich damit dem Verfahren entziehen wollen. Der Haftbefehl war zuvor ausgesetzt worden. Dem nun aussagewilligen Omid S. stellte das Gericht im Fall eines Geständnisses ein Strafmaß von drei bis vier Jahren in Aussicht.

Laut Anklage sollen die zwei Männer in den Jahren 2006 und 2007 für die IJU Ausrüstungsgegenstände beschafft und diese in Pakistan und im Iran an Mittelsmänner übergeben haben. Adem Y., dem Angeklagten der „Sauerland”-Gruppe, räumten sie laut Bundesanwaltschaft Verfügungsgewalt über ihre Konten ein. Beide Männer haben sich bisher nicht zu den Anklagevorwürfen geäußert. Der Anwalt von Ö. bestritt die Existenz der IJU und berief sich dabei auf Medienberichte, denen zufolge die Organisation eine „Erfindung des usbekischen Geheimdiensts” ist.

Nach den Aussagen der vier in Düsseldorf vor Gericht stehenden Angeklagten sei die Existenz der IJU „ziemlich eindeutig” bewiesen, stellte der dem Frankfurter Verfahren Vorsitzende Richter Karlheinz Zeiher nun fest. Vor dem Düsseldorfer OLG hatten alle vier Angeklagten umfangreiche Geständnisse abgelegt. Demnach planten sie im Herbst 2007 eine Serie von Anschlägen in Deutschland. Sie schilderten außerdem ausführlich ihren Weg in extremistische islamische Organisationen. Der Prozess in Frankfurt am Main wird am Freitag (10.00 Uhr) und Dienstag (1. September, 10.00 Uhr) fortgesetzt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert