Aachen - Heiligtümer, die zum Nachdenken über Jesu anregen

Heiligtümer, die zum Nachdenken über Jesu anregen

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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In der Kinderuni hält Guido Meyer einen Vortrag über Religion und Glauben.

Aachen. „Sind Reliquien Quatsch?“, notiert Lilli (8) in ihren Notizblock und stellt damit eine theologische Frage. Denn Theologie ist Nachdenken über Gott, wie Guido Meyer vom Institut für katholische Theologie an der RWTH bei der Kinderuni erklärte.

Die Heiligtumsfahrt, die das Bistum Aachen in diesem Jahr ziemlich beschäftigt, stand auf dem Programm der Veranstaltung unserer Zeitung und der RWTH, unterstützt von der Stawag.

Gepilgert wird quasi schon immer und zwar in allen Weltreligionen – aus ganz unterschiedlichen Gründen. „Die Menschen wollen mal das Hamsterradgefühl loswerden“, beschrieb Religionspädagoge Meyer einen. „Immer arbeiten und nie zum Ende kommen, kennt Ihr das?“. Ja, das kennen die Kinder. Sich auf einen anderen Weg machen, aus dem Alltag ausbrechen, andere Menschen treffen und auch den eigenen Glauben zum Ausdruck bringen – diese Hoffnungen verbinden viele mit einer Pilgerfahrt. Wohl auch die 100.000 Menschen, die im Juni zur Heiligtumsfahrt in Aachen erwartet werden.

Doch sie kommen auch, um etwas zu sehen: Marienkleid, die Windel und das Lendentuch Jesu und das Enthauptungstuch von Johannes dem Täufer. Welchen Wert diese Reliquien für manche Menschen haben, erklärte Meyer so: „Wenn Ihr für ein Jahr auf eine einsame Insel fahrt und dürft nur ein Ding mitnehmen, was wäre das?“ Ein besonderes Kuscheltier, ein altes Foto, ein Fußball – das sei für den Besitzer wertvoll und verdiene Respekt. „Reliquien hatten früher für die Menschen auch einen ganz besonderen Wert. Sie hofften damit zum Beispiel Krankheiten zu überwinden.“ Und mancher hoffe das auch heute noch.

In jedem Fall sei es gut, wenn man durch die Heiligtümer auch heute noch zum Nachdenken über Jesus gebracht werde, meinte ein Junge. Und ein Mädchen findet: „Wenn man es bis Aachen geschafft hat, ist das bestimmt ein gutes Gefühl.“

Und wie ist das nun mit der theologischen Frage? Lilli ist auch nach Betrachten der Bilder der Reliquien nicht überzeugt: Ich habe Zweifel, ob sie von Jesus und Maria sind.“ Aber ihre Freundin Amelie (8) meint: „Ich finde gut, dass man sie dieses Jahr wieder sehen kann, egal ob sie echt sind. Und noch besser wäre es, wenn ein Platz für Kinder dort eingerichtet wird, damit wir sie auch sehen können.“

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