Heerlen - Heerlener Atrium entfernt billige Implantate gratis

Heerlener Atrium entfernt billige Implantate gratis

Von: schl
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Das Atrium-Krankenhaus in Heerlen wird die minderwertigen Silikon-Implantate des französischen Herstellers PIP bei allen 350 Frauen, die bis 2007 im Heerlener Krankenhaus operiert wurden, kostenlos entfernen und durch neue Implantate ersetzen. Foto: dpa

Heerlen. Das Atrium-Krankenhaus in Heerlen reagiert auf den Skandal um die minderwertigen Brustimplantate des französischen Herstellers PIP: Das Billigsilikon wird bei allen 350 Frauen, die bis 2007 im Heerlener Krankenhaus operiert wurden, kostenlos entfernt und durch neue Implantate ersetzt.

Das gab das Krankenhaus in einer nicht-öffentlichen Pressekonferenz den niederländischen Medienvertretern bekannt.

Die Eingriffe könnten das Krankenhaus in der Summe mehrere hunderttausend Euro kosten - in etwa 2000 Euro pro Person. Da aber das niederländsiche Gesundheitsamt mittlerweile offiziell empfohlen hat, die Implantate entfernen zu lassen, geht das Krankenhaus davon aus, dass die Operationskosten von den Krankenkassen übernommen werden.

Wie „Limburgs Dagblad” berichtet, hat in den Niederlanden kein anderes Krankenhaus so viele PIP-Implantate eingesetzt wie das Heerlener Atrium. Die Krankenhaus-Leitung beteuert, vom Billig-Silikon nichts gewusst zu haben. Schließlich habe man auf die CE-Qualitätssiegel vertraut.

Die Implantate aus minderwertigem Industriesilikon hatten zuletzt großes Aufsehen erregt. Die französische Aufsichtsbehörde für Medizinprodukte hatte den Pfusch aufgedeckt und die Implantate aus dem Handel nehmen lassen. Die Behörde war auf die Implantate aufmerksam geworden, da bei immer mehr Frauen mit geplatzten PIP-Implantaten nachoperiert werden musste.

Durch die Verwendung des minderwertigen Silikons erhöht sich die Gefahr, dass die Kissen platzen oder reißen können. Viele Frauen fürchten langfristige gesundheitliche Auswirkungen. In Frankreich hatte das Gesundheitsministerium am 23. Dezember rund 30.000 Frauen die vorsorgliche Entfernung der Implantate geraten. Weltweit sollen zwischen 400.000 und 500.000 Frauen die PIP-Silikonkissen tragen. Der Hersteller der Implantate ist mittlerweile bankrott.
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