Hedwig Neven DuMont und Kurt Holl alternative Kölner Ehrenbürger

Von: dpa
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Hedwig Neven DuMont und Kurt Holl nach der Auszeichnung mit der alternativen Kölner Ehrenbürgerschaft auf der Bühne im Museum Ludwig in Köln. Sie halten eine eine Schrifttafel mit dem Artikel 1 der UN-Menschenrechtskonvention in den Händen, die der frühere Preisträger Demnig gestaltet hatte. Foto: dpa

Köln. Für ihr Engagement unter anderem zugunsten von Roma sind Hedwig Neven DuMont (65) und Kurt Holl (73) am Sonntag mit der alternativen Kölner Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet worden.

„Demokratie braucht Bürger, die wie Hedwig Neven DuMont querdenken”, sagte Kölns Schauspielintendantin Karin Beier in ihrer Laudatio im Museum Ludwig. Sie erinnerte daran, wie Neven DuMont, die Frau des Kölner Verlegers Alfred Neven DuMont, sich an einer Protestaktion im Ausländeramt gegen die Ausweisung von Roma beteiligt hatte.

Holl engagierte sich für die Einrichtung der Kölner NS-Dokumentationsstelle und zählt zu den Gründern des Vereins Rom e.V. In seiner Dankrede sagte er, er habe es nicht gut gefunden, dass geschrieben worden sei, er und Neven DuMont würden geehrt, weil sie sich für die Schwachen einsetzten. „Die Roma sind keine Schwachen, das ist das, was ich gelernt habe.”

Die alternative Kölner Ehrenbürgerschaft war gegründet worden, um nicht nur bekannte und etablierte Persönlichkeiten in den Mittelpunkt zu stellen. Zu den offiziellen Ehrenbürgern zählt auch Alfred Neven DuMont, der die Auszeichnung 2001 zusammen mit dem Schokoladenfabrikanten Hans Imhoff bekam. Dass jetzt seine Frau Hedwig Neven DuMont ausgezeichnet werde, sei aber „nicht unserem Verständnis aktiver Ironie geschuldet”, versicherte der Kabarettist Heinrich Pachl vom Bürgerkomitee Alternative Ehrenbürgerschaft. Es gebe keinerlei Hintergedanken, Hedwig Neven DuMont habe die Auszeichnung einfach verdient.

Die geborene Prinzessin von Auersperg ist unter anderem Vorsitzende des Vereins „wir helfen”, der sich für Kinder und Jugendliche in Not engagiert. Außerdem hat sie die Schirmherrschaft über die Kölner Freiwilligen-Agentur übernommen und arbeitet im Kinderschutzbund mit. Dabei agiere sie keineswegs nur als Spendensammlerin und Schirmherrin, betonte Pachl. „Hedwig Neven DuMont ist sich nicht zu schade, selber und unmittelbar einzugreifen”, heißt es in der Begründung.

Holl wurde unter anderem dadurch bekannt, dass er sich 1979 mit dem Fotografen Gernot Huber nachts im Kölner EL-DE-Haus, der früheren Gestapo-Zentrale, einschließen ließ. Die beiden dokumentierten die Wandinschriften der Häftlinge und trugen so dazu bei, dass der Keller zur Gedenkstätte und das Haus zum Dokumentationszentrum wurden.

„Der Mann der Basis und die Lady aus der Upperclass”, fasste Pachl die Doppelehrung zusammen. Neven DuMont nutzte die Preisverleihung, um gegen Pläne Kölns Stellung zu beziehen, 140 Flüchtlinge zentral unterzubringen. Das könne Vorurteile schüren, warnte sie. „Eigentlich sollten sie hier genau so willkommen sein wie jeder, der versucht hier glücklich zu sein und es auch wird.”

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