Aachen - Heckhoffs kriminelle Karriere im Schnelldurchlauf

Heckhoffs kriminelle Karriere im Schnelldurchlauf

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Der Angeklagte Michael Heckhoff (51) war am Mittwoch ganz Ohr. Vor der 8. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht ging es zunächst nur um ihn.

Es wurde die kriminelle Vita des Schwerverbrechers mit dem Spitznamen „Blacky” verlesen: Ein mehr als meterdicker Aktenstapel auf dem Richtertisch beinhaltete die vorangegangenen Urteile, die gegen den Geiselgangster und Bankräuber im Laufe der Jahre verhängt worden waren.

Diese Urteile müssen laut Strafprozessordnung in das Prozessgeschehen eingebracht werden, jedes Mal. In Auszügen wurden die Hauptpassagen verlesen, die drei Berufsrichter teilten sich die Aufgabe.

Fahrlässige Polizisten

Die Urteile sind oft genau und detailversessen. Was in den Akten steht, das ist brutalste Schwerkriminalität. Unter anderem sieben Jahre musste der junge Heckhoff für einen dreisten Bankraub ins Gefängnis. Dann, 1991, überfiel er eine Sparkasse in Duisburg, 330.000 Mark erbeutete er mit einem Kumpel, von der Beute fehlt bis heute jede Spur. Mit Pumpgun und abgesägter Schrotflinte gingen die beiden in die Bank. Bei der Festnahme reagierte die Polizei fahrlässig; denn die Handschellen klickten nur um einen Arm, mit dem freien Arm griff Heckhoff nach einer Waffe in seinem Hosenbund, die die Polizisten übersehen hatten.

Heckhoff nahm damals eine Polizistin und einen Polizisten als Geisel, flüchtete mit einem Einsatzwagen durchs ganze Ruhrgebiet bis zur Dortmunder Westfalenhalle. Auf dem Weg dorthin über die stark befahrene A 40 ließ er sich von einem Streifenwagen eskortieren. Das Ergebnis: 15 Jahre Haft und Sicherungsverwahrung, die wiederum der Grund für die spektakuläre Geiselnahme in der JVA Werl war. Dort wurden die Geiseln mit Spiritus übergossen und angezündet - Heckhoff wurde vom SEK angeschossen und überlebte knapp. Der Prozess wird am 9. November fortgesetzt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert