Bonn - Hauptbeschuldigter im Bonner Bauskandal verhaftet

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Hauptbeschuldigter im Bonner Bauskandal verhaftet

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Bonn. Der Hauptbeschuldigte im Millionendesaster um den Bau des World Conference Center Bonn (WCCB), Man Ki Kim, ist verhaftet worden. Der Koreaner sei am Montagvormittag in einer Villa bei Washington DC festgesetzt worden, teilte der Bonner Oberstaatsanwalt Fred Apostel am Mittwoch auf Anfrage mit.

Er rechne damit, dass Kim Anfang kommenden Jahres von den US-Behörden nach Deutschland überstellt werde. Kim und seine Firma Smi Hyundai waren als Investor beim Bau des Kongresszentrums aufgetreten. Schon bald zeigte sich aber, dass seine zugesagten Millionen für das rund 200 Millionen Euro teure Bonner Prestigeobjekt nicht flossen.

Kim wurde seit mehreren Monaten mit internationalem Haftbefehl gesucht. Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit dem Desaster aber auch gegen mehrere Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie gegen die früherer Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD). Ihr wird „Untreue im besonders schweren Fall” vorgeworfen. Sie soll möglicherweise schon früher als nach außen bekannt von finanziellen Risiken gewusst haben.

Der Bau des Kongresszentrums für 5000 Tagungsteilnehmer mitsamt einem Sterne-Hotel direkt gegenüber dem alten Bundestagsgebäude und angrenzend an den UN-Campus sollte ein Vorzeigeprojekt für Bonn werden und den UN-Standort festigen. Im Herbst 2009 kam der Baustopp für das in weiten Teilen fertiggestellte Objekt. Wann weitergebaut werden kann und unter wessen Regie, steht bis heute nicht fest.

Erst am Dienstagabend hatte Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) im städtischen Unterausschuss erstmals ein Zeitszenario vorgelegt. Falls es Mitte Dezember eine Einigung zwischen dem Insolvenzverwalter und der Stadt über einen sogenannten Heimfall geben sollte, könnte das Konferenzzentrum frühestens im März 2013 eröffnet werden. In dem Fall würde die Stadt mit einer Rückübertragung wieder WCCB-Eigentümerin werden. Die größte Hürde stellt nach Informationen des Bonner „General-Anzeiger” offenbar der städtische Erwerb der Baupläne vom Insolvenzverwalter dar.
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