„Hansestadt Attendorn”: Erste Städte beantragen Beinamen

Von: Elke Silberer, dpa
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Zusatznamen auf Ortsschildern in NRW künftig erlaubt
Die ersten Städte in Nordrhein-Westfalen haben kurz nach Änderung der Gemeindeordnung beantragt, auch ganz offiziell Beinamen tragen zu dürfen. Im Düsseldorfer Innenministerium liegen Anträge von Solingen, Hagen und Attendorn vor. Solingen will seinen Beinamen „Klingenstadt” offiziell im Namen aufnehmen. Hagen möchte sich den Zusatz „Stadt der Fernuniversität” geben. Und das sauerländische Attendorn hat den Beinamen „Hansestadt” beantragt. Der Landtag hatte im Oktober solche Zusatzbezeichnungen für Kommunen erlaubt. Foto: dpa

Düsseldorf. Im Sprachgebrauch sind sie längst etabliert: Beinamen von Städten wie die „Klingenstadt Solingen” oder die „Domstadt Köln”. Einige Kommunen wollen nun, dass ihre Zusatzbezeichnungen amtlich werden - darunter auch die „Hansestadt Attendorn”.

Die ersten Städte in Nordrhein-Westfalen haben kurz nach Änderung der Gemeindeordnung beantragt, auch ganz offiziell Beinamen tragen zu dürfen. Im Düsseldorfer Innenministerium liegen Anträge von Solingen, Hagen und Attendorn vor. Solingen will seinen Beinamen „Klingenstadt” offiziell im Namen aufnehmen. Hagen möchte sich den Zusatz „Stadt der Fernuniversität” geben. Und das sauerländische Attendorn hat den Beinamen „Hansestadt” beantragt. Der Landtag hatte im Oktober solche Zusatzbezeichnungen für Kommunen erlaubt.

Die Zusatzbezeichnung erscheine nicht nur für den Bürger gut sichtbar auf den Ortsschildern, sondern auch im Geschäfts- und Rechtsverkehr, sagte Birgit Axler, Sprecherin des Innenministeriums. „Die Entscheidung ist keine Kleinigkeit”, stellte sie fest. Der Beiname solle dauerhaft und Ausdruck der Identität sein. Die Entscheidung müsse daher gut durchdacht sein. Voraussetzung für den Antrag beim Innenministerium sei eine qualifizierte Ratsmehrheit.

Aus Solingen heißt es, die Stadt sei weltweit bekannt für seine Schneid- und Besteckwarenindustrie. Sprecherin Sabine Rische sagte am Mittwoch: „Der Zusatzname ist imagebildend und steht für Qualität.”

Die Stadt Hagen war sich ihrer Sache schon einmal sehr sicher. Erst im Sommer hatte sie den Zusatz „Stadt der Fernuniversität” von den Ortsschildern gekratzt. Die Aufschrift sei rechtswidrig, hatte die Bezirksregierung Arnsberg damals befunden. Das war Auslöser für die Gesetzesinitiative, den Zusatznamen zu erlauben.

Nun stehen die Hagener wieder in den Startlöchern und haben den Antrag gestellt. „Es gibt nur eine deutsche Fernuniversität. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal”, stellte Stadtsprecher Thomas Bleicher fest. Mit 70.000 Studenten habe Hagen die größte deutsche Hochschule.

Wer denkt bei Attendorn schon an „Hansestadt”? Aber genau diesen Titel wollen die Sauerländer. Und der Stadtarchivar Otto Höffer findet das mehr als logisch: Im 13. Jahrhundert waren die Attendorner in allen großen Handelsstädten an der Ostseeküste zu finden, nahmen wichtige Positionen ein bis hin zu der vom Bischof zu Lübeck. Als alte Tuchmacherstadt habe Attendorn am bedeutenden Verkehrsknoten Köln-Kassel und Lübeck-Frankfurt gelegen und darüber seine Handelsbeziehungen ausgebaut. Die Geschichte sei in den Bürgern verankert.

Andere Städte hatten angekündigt, die Bürger an der Namensfindung zu beteiligen. Essen wollte den Bürgern Vorschläge machen und sie darüber per Internet abstimmen lassen. Auch Münster wollte eine Umfrage starten. Andere Städte wie Aachen sind noch nicht entschieden, ob sie einen Zusatznamen aufnehmen.
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