„Handy-Sünder“: Ablenkung großes Unfallrisiko

Von: Wilfried Goebels und Jörg Abels
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Das kann teuer werden: „Handy-Sündern“ im Straßenverkehr droht striktere Verfolgung. Foto: dpa

Düsseldorf/Kreis Düren. Handy-Nutzer am Steuer müssen künftig in NRW mit konsequenter Verfolgung rechnen. Bei Unfällen mit Personenschäden stellt die Polizei beim Verdacht, dass der Fahrer durch das Telefonieren abgelenkt war, das Handy sicher. Zur Beweissicherung prüfen die Beamten, ob zum Unfallzeitpunkt eine Verbindung bestand.

„Wir beobachten eine zunehmende Nutzung von Smartphones beim Fahren“, sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD) bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz 2014. Bei jedem zehnten Unfall spielte Ablenkung am Steuer eine entscheidende Rolle. Drei Prozent aller Autofahrer telefonieren ständig illegal am Steuer. Nach ersten Erfolgen mit der schärferen Verfolgung von „Handy-Sündern“ soll die Polizei-Strategie in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft landesweit Standard werden.

Telefonieren am Steuer ist nach Angaben Jägers genauso gefährlich wie 0,8 Promille Alkohol im Blut, „wer simst, reagiert wie ein Fahrer mit 1,1 Promille“. 2014 gab es 144 nachgewiesene Handy-Unfälle in NRW. „Es gibt aber ein sehr großes Dunkelfeld“, so Jäger. Der NRW-Minister sprach sich deshalb für schärfere bundesweite Regelungen aus.

Im Kreis Düren ist die Zahl der Verkehrstoten im vergangenen Jahr auf einen historischen Tiefstand gesunken. Auf den Straßen an der Rur verloren nur noch fünf Menschen ihr Leben. 2013 waren es noch elf. Erneut gestiegen ist allerdings die Gesamtzahl der Unfälle. 7052-mal hat es 2014 zwischen Titz und Heimbach gekracht. Dabei wurden 1243 Personen verletzt, darunter 232 schwer. Die Zahl der Schwerverletzten ist um knapp 23 Prozent gestiegen, liegt aber kreisweit immer noch unter dem Zehnjahresmittel (242). Erfreulich ist der Rückgang bei den Schulwegunfällen. 

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