Hambacher Forst: RWE will erst nach Gerichtsentscheid roden

Von: cs/dpa
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Rodung Hambacher Forst Foto: Henning Kaiser/dpa
Waldarbeiter im Hambacher Forst (Archivbild von 2016): Vorerst bleiben die Rodungen gestoppt. Foto: dpa

Merzenich. Der Energiekonzern RWE bleibt bei der Entscheidung, erst nach der Gerichtsverhandlung über Klagen gegen den Braunkohletagebau Hambach seine umstrittenen Rodungen fortsetzen. Das Verwaltungsgericht Köln hatte zuvor den Verhandlungstermin um einen Monat nach hinten auf den 21. November verschoben.

RWE Power teilte am Freitag mit, die neue Situation bewertet und dann entschieden zu haben, mit den Arbeiten erst nach der Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Köln am 21. November beginnen. „Wir werden ungefähr einen Monat später roden”, sagte der Sprecher. Das Unternehmen wolle so zur Deeskalation beitragen. Außerdem sei zu berücksichtigen, dass die Kapazität der Polizei im Hinblick auf die anstehende Klimakonferenz in Bonn angespannt sei.

Das Verwaltungsgericht muss über eine 2015 eingereichte Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) NRW verhandeln. Der Umweltschutzverband hat zwei Zulassungsbescheide des Tagesbaus angefochten. Dessen Genehmigung verstößt in den Augen den BUND gegen Umweltrecht.

Der Hauptbetriebsplan für die Jahre 2015 bis 2017 und der Rahmenbetriebsplan für die Zeit 2020 bis 2030 verstoße gegen europäisches Umweltrecht, argumentiert die Umweltorganisation. Um weitere Rodungen bis zu einer gerichtlichen Entscheidung zu stoppen, reichte der BUND flankierend einen Eilantrag ein.

Die Eichen-Hainbuchenwälder in Hambach gehören laut BUND zu den hochwertigsten Vorkommen dieses Typus im Nordwesten Deutschlands. Die Kolonien der Bechsteinfledermaus dort zählten zu den bedeutendsten Europas.

Nach Angaben einer Sprecherin hofft das Verwaltungsgericht, am 21. November zu einem Urteil zu kommen.

Zuletzt hatte der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach an RWE appelliert, mit den Rodungen bis nach der Verhandlung zu warten, um den Konflikt mit den Tagebaugegnern nicht weiter anzuheizen. Mit den neuen Rodungen werden Bäume im Kerngebiet des uralten Waldes verschwinden. Die Polizei rechnet dann mit Auseinandersetzungen. Die Szene der Waldbesetzer hat sich nach ihren Beobachtungen verändert in eine gewaltorientierte Anarcho-Szene.

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