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Hambacher Forst: Anzeige gegen RWE-Wachmann

Von: gego
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Merzenich/Aachen. Ein Steuerberater aus Kerpen hat Anzeige wegen versuchten Mordes gegen einen mutmaßlichen Mitarbeiter des RWE-Wachdienstes gestellt.

Vergangenen Donnerstag soll der Mann gegen 14 Uhr mit einem Pick-up-Truck auf einer Brücke über die frühere A4 in eine Gruppe von etwa sechs Waldbesetzern gefahren sein und mindestens einen der Aktivisten verletzt haben. Die Aachener Staatsanwaltschaft, zu der die Anzeige geschickt worden war, konnte deren Eingang am Montag noch nicht bestätigen.

Von dem Vorfall vergangenen Donnerstag existiert ein Video, auf dem zu sehen ist, dass tatsächlich einer der Waldbesetzer von dem Pick-up-Truck erfasst wird. Allerdings ist auch zu sehen, dass mindestens ein anderer Besetzer Steine auf den Pick-up-Truck geworfen hat.

RWE-Sprecher Guido Steffen, der das Video kennt, sagte am Montag auf Anfrage unserer Zeitung, dass RWE sich mit dem Vorfall beschäftige, sich wegen der laufenden Ermittlungen aber nicht dazu äußern wolle. Allerdings erklärte Steffen: „So ein Verhalten“ wie das des Pick-up-Truck-Fahrers „wird Konsequenzen haben“.

Dürens Landrat und Polizei-Chef Wolfgang Spelthahn (CDU) sagte am Montag gegenüber unserer Zeitung, dass ihn „die zunehmende Gewalt im Hambacher Forst sehr besorgt“. Er stelle fest, dass Waldbesetzer und RWE-Mitarbeiter mittlerweile bereit seien, sich mit gefährlichen Gegenständen gegenüberzutreten. „Die Lage ist sehr ernst“, sagte Spelthahn.

Die Aktivisten sollen nach Darstellung von RWE am Wochenende Waldarbeiter und Sicherheitsleute mit Messern, Steinen und Wurfgeschossen angegriffen haben. Der Waldbesetzer, der vom Pick-up-Truck erfasst worden war, sitzt mittlerweile unter anderem wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs in Aachen in Untersuchungshaft.

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