Halbes Jahrhundert für den Aachener Dom

Von: Georg Dünnwald
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Der langjährige Dompropst Dr. Hans Müllejans ist heute unerwartet im Alter von 80 Jahren gestorben. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „In Bethlehem”, beantwortet er verschmitzt lächelnd die Frage nach seinem Geburtsort. Gemeint ist das Bethlehem-Hospital in Stolberg. Am Donnerstag wird der ehemalige Aachener Dompropst, Aachener Ehrenbürger und Päpstlicher Ehrenprälat, Dr. Hans Müllejans 80 Jahre alt.

„Einen begnadeten Bettler” nannte ihn einst der NRW-Ministerpräsident und spätere Bundespräsident Johannes Rau. Denn Müllejans hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das altehrwürdige Aachener Münster grundlegend sanieren zu lassen.

„Der Aachener Dom braucht Hilfe” hieß es: 30 Millionen Euro hat er in 25 Jahre gesammelt. Er schaffte es, Politiker in der Europäischen Stiftung für den Aachener Dom - darunter den luxemburgischen Regierungschef Jean-Claude Juncker, für die Kathedralkirche einzuspannen.

Ein wenig stolz ist der emeretierte Vorsitzende des Domkapitels schon: „In diesem Jahr bin ich 50 Jahre am Aachener Dom tätig”, denkt er über ein halbes Jahrhundert Karriere im Dienste des Bistums und „seines” Doms nach. Denn 1959, sechs Jahre nach seiner Priesterweihe durch Bischof Johannes Joseph van der Velden, wurde er Bistumssekretär und Domvikar.

Schnell folgte der Aufstieg in der Hierarchie, er übernahm die neugegründete Hauptabteilung Personal im Generalvikariat, die er von 1968 bis 1984 leitete. Im Aufbruchjahr 1968 wurde Müllejans auch stellvertretender Generalvikar. Seit 1974 gehörte er dem Domkapitel an.

Dem nicht genug: Zwischen 1962 und 1970 sprach der promovierte Kirchenrechtler am Bischöflichen Offizialat Recht. „Es hat mich schon immer interessiert, wie die innerkirchlichen Rechtsnormen funktionieren”, sagt er. Deshalb absolvierte Müllejans auch ein Sonderstudium in München und machte den Doktor in Kirchenrecht mit Auszeichnung. „Die Zeiten hatten sich nach dem II. Vatikanischen Konzil stark verändert”, sagt er. „Vielen Priestern gingen die Reformen damals nicht weit genug”, blickt er zurück.

Seit Beginn des Monats hat sich Müllejans aus seinem Domviertel zurückgezogen. Er hat nun eine Zweizimmerwohnung „mit allem Drum und Dran” bei den Christenserinnen in Stolberg-Venwegen. Die treue Haushälterin Käthe Lüttgen baute ab, „den Haushalt konnte ich nicht alleine versorgen”, gibt Müllejans zu. Frau Lüttgen ist im Seniorenstift im selben Haus der Christenserinnen untergebracht.

Hans Müllejans hat ein ereignisreiches Leben verbracht. Aufgezeichnet ist sein Wirken in dem Buch des früheren AVZ-Chefredakteurs Anton Sterzel „Der Dom, die Stadt, die Menschen”, das in der Einhard-Buchhandlung am Dom erstanden werden kann.

Am Sonntag, 15. März, 10 Uhr, wird Bischof Heinrich Mussinghoff zu Ehren des ehemaligen Dompropstes ein Pontifikalamt im Aachener Dom halten.
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