Haftstrafen für Mitglieder der „Baumafia”

Von: dpa
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Köln. Haftstrafen bis zu viereinhalb Jahren hat das Kölner Landgericht gegen fünf Männer wegen Verstrickungen in illegale Finanzmanipulationen der italienischen Baumafia verurteilt. Bei zwei Verurteilten wurde die Strafe am Mittwoch zur Bewährung ausgesetzt.

Alle fünf Angeklagten im Alter von 31 bis 47 Jahren wurden wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Das Gericht sprach von einem „enormen Schaden von acht Millionen Euro für die Allgemeinheit.”

Die Masche war immer die Gleiche: Die nun Verurteilten gründeten mit Hilfe von Strohmännern vermeintliche Bau-Gesellschaften, die es mit Tricks und Täuschungen ins Handelsregister schafften.

Finanzamt und Sozialbehörden wurden von diesen Scheinfirmen immer wieder massiv getäuscht, etwa mit Luftrechnungen für nie erbrachte Leistungen. Dem Gericht zufolge erleichterte den Betrügern das Fehlen effektiver Kontrollmechanismen in der Bauwirtschaft ihr illegales Handwerk.

Der Prozess ist laut Landgericht einer von vielen gegen Baumafia- Beteiligte in Deutschland. Bereits seit 30 Jahren befassten sich Prozesse mit illegalen Machenschaften in der Bauwirtschaft. Die Angeklagten hatte gestanden und zur Aufklärung des Finanzschwindels beigetragen, was sich mildernd auf ihr Urteil auswirkte.

Die Urteile gegen vier Männer sind bereits rechtskräftig. Der 47-jährige Hauptangeklagte, der zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, behielt sich aber noch Rechtsmittel gegen das Urteil vor.

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