Haftbefehle nach Gewaltattacke gegen Polizisten in Düren

Von: Marlon Gego
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Zwei Männer aus Düren, die beschuldigt werden, an der Schlägerei mit der Polizei am vergangenen Samstag beteiligt gewesen zu sein, wurden verhaftet. Foto: privat

Düren/Jülich. Die Dürener Polizei hat am Mittwochmorgen einen 46 Jahre alten Deutschen mit türkischen Wurzeln und seinen 27 Jahre alten Sohn verhaftet. Nach zwei weiteren Söhnen des 46-Jährigen wird ebenfalls per Haftbefehl gesucht.

Im Laufe des Tages sollen auch internationale Haftbefehle ausgestellt werden, da die Aachener Staatsanwaltschaft nicht ausschließt, dass die beiden 22 und 28 Jahre alten Söhne sich außer Landes aufhalten; denn auch die Durchsuchung eines Hauses in Düren-Arnoldsweiler am Vormittag war ergebnislos geblieben.

Der Vater und seine Söhne, zu denen auch ein 15-Jähriger gehört, hatten am Samstag zu fünft zehn Polizisten zum Teil schwer verletzt, nachdem der 46-Jährige einen Mitarbeiter des Dürener Ordnungsamts aus nichtigem Grund wüst beschimpft hatte und ihm sogar mit dem Tod gedroht haben soll. Als der Ordnungsamtsmitarbeiter die Polizei rief und die Beamten in der Scharnhorststraße im Dürener Osten eintrafen, war es dann zur Eskalation gekommen. Einer der eingesetzten Polizisten liegt bis auf Weiteres im Krankenhaus. Wie die Dürener Polizei gegenüber unserer Zeitung erklärte, habe der Mann mehrere Brüche im Gesicht erlitten und werde monatelang dienstunfähig bleiben.

Am Sonntag hatte das Amtsgericht Aachen die Anordnung eines Haftbefehls noch verweigert, am Dienstagnachmittag dann änderte der Amtsrichter seine Meinung. Im Beschwerdeverfahren gegen die Ablehnung des Haftbefehls hatte die Staatsanwaltschaft nochmals die „massive staatsfeindliche Gesinnung des Angriffs am Samstag“ dargelegt und betont, dass diese eine Untersuchungshaft bis zum Prozessbeginn rechtfertige. Dieser Meinung schloss sich das Amtsgericht an, wie Oberstaatsanwalt Wilhelm Muckel auf Anfrage unserer Zeitung erklärte.

Der Haftbefehl gegen den 22 Jahre alten Sohn des 46-Jährigen wurde allerdings nicht wegen des Angriffs am Samstag angeordnet, sondern wegen eines Überfall auf einen Fußballplatz in Jülich-Welldorf am Wochenende zuvor. Der 22-Jährige soll einer von bis zu 30 Angreifern gewesen sein, die gezielt Spieler libanesischer Herkunft zweier gegeneinander spielender Bezirksligamannschaften attackiert hatten. Der 22-Jährige soll auf einen am Boden liegenden Spieler eingeschlagen haben, ebenso auf Polizisten, wie Oberstaatsanwalt Muckel weiter mitteilte. Er soll bereits zuvor strafrechtlich in Erscheinung getreten sein.

Gegen die beiden verhafteten 46 und 27 Jahre alten und die mit Haftbefehl gesuchten 28 und 22 Jahre alten Männer und den 15-jährigen Jugendlichen wird wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Im Falle einer Verurteilung drohen jedenfalls den vier Erwachsenen Strafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft.

bei der Vorführung keine Gründe gesehen, die einen Haftbefehl rechtfertigt hätten.

Eine Eskalation der Gewalt in vier Minuten - Lesen Sie mehr auf:
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/dueren/eine-eskalation-der-gewalt-in-vier-minuten-1.1490769#plx526164127
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