Gynäkologen prüfen juristische Schritte gegen Klinikdirektor

Von: Berthold Strauch
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Aachen. Eine Entschuldigung gibt es nicht: Detlef Klimpe, Kaufmännischer Direktor des Uni-Klinikums Aachen, ist derzeit nicht dazu bereit, sich zu den Forderungen des Arbeitskreises Gynäkologie Aachen zu äußern, der sich durch Klimpe zu Unrecht mit den heiß diskutierten „Fangprämien” für Krankenhauseinweisungen in Verbindung gebracht sieht und eine Entschuldigung gefordert hatte.

Der Direktor verwies am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung auf eine Vereinbarung von Spitzenverbänden des Medizinsektors: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung hätten sich darauf verständigt, „keine weitere öffentliche Diskussion mit gegenseitigen Schuldvorwürfen mehr zu führen”.

Klimpe fügte an, dass er für die Uni-Klinik dem Rechtsausschuss der Krankenhausgesellschaft angehöre und sich deswegen „an diese Vorgabe gebunden” fühle.

Angesichts dessen sind jetzt wohl Juristen gefragt. Die Gynäkologen haben die Prüfung rechtlicher Schritte für genau den Fall angekündigt, dass Klimpe sich nicht entschuldigt. Rolf Sturm, Sprecher des Arbeitskreises, und seine Kollegen Thomas Bärtling, Thomas Ortmann, Stephan Krehwinkel und Ulrich Wissmann nennen den Grund: Klimpe habe die Gynäkologen „in die Nähe von Schmiergeldzahlungen” gerückt und damit das Vertrauensverhältnis der Patientinnen zu ihren Ärzten „massiv gestört”.

Klimpe gehe damit, sagte Krehwinkel, „an die Grundfesten unserer Existenz: Das ist ehrenrührig!” Sturm beklagte, hier werde ein Vorgang ans Licht gezerrt, den es „so nie gegeben hat: Denn der Vertrag, den wir allen Krankenhäusern in Stadt und Kreis Aachen angeboten haben, ist nie zustande gekommen. Damit ist auch eine Debatte darüber hinfällig.”

Laut Detlef Klimpe habe die Deutsche Krankenhausgesellschaft wegen rechtlicher Bedenken vor einer Unterschrift gewarnt. Die Ärzte dagegen betonten, dass sie „nie eine Begründung dafür gehört haben, warum der Vertrag abgelehnt worden ist”.

Krehwinkel: „Es ging uns nie um Einweisungsprämien, sondern um die Übernahme der postoperativen Behandlung der Patientinnen”, die - „politisch gewollt” - immer schneller von den Kliniken entlassen würden. Die Gynäkologen hatten im Vertragsentwurf 50,28 Euro pro „Behandlungsfall” verlangt. Diese Kosten sollten nicht zusätzlich bei den Kassen in Rechnung gestellt werden.

Sturm bringt es aus seiner Sicht auf den Punkt: „Kooperation statt Korruption” sei das Ziel gewesen.
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