Gutachterin: Sicherungsverwahrung für Heckhoff

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Ausbrecherprozess
Der Gefängnis-Ausbrecher Michael Heckhoff hat sich in seinen mittlerweile 33 Haftjahren nach Einschätzung einer Gutachterin nicht gebessert. Heckhoff habe aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur weiterhin die Veranlagung, erhebliche Straftaten zu begehen, sagte die Psychiaterin Rauch vor dem Aachener Landgericht. Foto: dpa

Aachen. Der Gefängnis-Ausbrecher Michael Heckhoff hat sich in seinen mittlerweile 33 Haftjahren nach Einschätzung einer Gutachterin nicht gebessert. Der Schwerkriminelle habe aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur weiterhin die Veranlagung, „erhebliche Straftaten” zu begehen.

Das sagte die Psychiaterin Annette Rauch am Montag vor dem Aachener Landgericht. Aus diesem Grund rechnete sie mit Sicherungsverwahrung. Michael Heckhoff (51) und Peter Paul Michalski (47) waren im 2009 aus der JVA Aachen ausgebrochen und hatten auf der tagelangen Flucht fünf Geiseln genommen.

Heckhoff sei ein klassischer Psychopath. Er habe eine mangelnde Gewissensbildung, ein unangepasstes Sozialverhalten, er sei impulsiv und oberflächlich und sei ein großspuriger Selbstdarsteller, erläuterte Rauch. Menschen mit dieser Störung seien neunmal so häufig an Zwischenfällen in Gefängnissen und anderen Einrichtungen beteiligt wie andere. Diese Persönlichkeitsstörung gelte als chronisch und als schlecht behandelbar.

Heckhoff sei seit etwa 33 Jahren in Haft mit insgesamt elf Monaten Unterbrechung. In dieser Zeit habe er drei bewaffnete Banküberfälle begangen mit einer Geiselnahme. Während seiner Haftzeit habe Heckhoff vier versuchte beziehungsweise vollendete Geiselnahmen begangen. Bei all seinen Taten hätten Frust, Ärger, Wut und fehlende Perspektive eine Rolle gespielt. Auch seinen Ausbruch in Aachen hatte er mit mangelnder Perspektive begründet. In den frühen Jahren seiner kriminellen Laufbahn habe er eine Identität als Schwerverbrecher angestrebt. 1990 habe er offensichtlich den Willen gehabt, sich zu ändern, es dann aber nicht geschafft.

Heckhoff habe eine „stabile, überdauernde, tief verwurzelte kriminelle Identität”, sagte Rauch. Auch wenn die alltägliche Aggression mit den Jahren abgenommen habe, sei die Neigung zur Begehung erheblicher Straftaten geblieben. Heckhoff sei egozentrisch, sei rücksichtslos und instrumentalisiere andere für seine Ziele. „Die persönlichkeitsgebundene Disposition für weitere Straftaten ist weiter gegeben”, sagte Rauch.

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