Aachen - Guido Cantz: Fehlerfreier Auftritt bei der Unicef-Premiere

Guido Cantz: Fehlerfreier Auftritt bei der Unicef-Premiere

Von: Thomas Thelen
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Bester Laune: Unicef-Repräsentant Guido Cantz am Dienstag in der Soers.
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Den Scheck über genau 435.000 Euro überreichte der Chefredakteur unserer Zeitung, Bernd Mathieu (links), dem neuen Unicef-Repräsentanten Guido Cantz (2.v.l.).Mit dabei waren Manfred Kutsch (re.) und seine Frau Silke, die im vergangenen Herbst für unsere Zeitung aus dem Libanon berichtet hatten. Foto: Jaspers

Aachen. Wenn der kölsche Jung Guido Cantz an Aachen denkt, dann kommt er ins Schwärmen. Im legendären Saaltheater Geulen in Aachen-Eilendorf hatte der heute 44-Jährige 1991 seinen ersten großen Auftritt als Redner im Karneval.

„Diesen Auftritt werde ich niemals vergessen, dort auf der Bühne zu stehen, das war wie eine Art Startschuss für meine Karriere“, erinnert sich Cantz an jene schönen Momente in der guten Stube des im Januar im Alter von 83 Jahren gestorbenen Hubert Geulen.

Aachen, sagt der in Köln lebende Moderator, Humorist und Buchautor, sei für ihn seit jenem ersten Auftritt ein gutes Pflaster geblieben, „ich habe immer das Gefühl, dass die Öcher sehr gerne und konzentriert zuhören und sich freuen, wenn da einer auf der Bühne steht, der sie unterhalten will. Deshalb trete ich immer besonders gerne in Aachen auf.“

Das ist auch am Dienstag deutlich spürbar, als Guido Cantz wieder einmal in Aachen aufschlägt – nicht als Comedian, sondern beim CHIO in der Soers in einer völlig neuen Rolle: als Repräsentant des Kinderhilfswerks Unicef. Im Hauptstadion nimmt Cantz unmittelbar vor der Eröffnungsfeier des diesjährigen CHIO den Scheck unserer jüngsten Unicef-Aktion „Kinder auf der Flucht. Wir helfen vor Ort“ entgegen.

Unsere Reporter Manfred Kutsch und seine Frau Silke waren dafür in den Libanon gereist. „Als man mich gefragt hat, ob ich für Unicef als Repräsentant tätig sein wolle, da habe ich keine Sekunde gezögert. Mir liegen Kinder besonders am Herzen, wenn ich irgendetwas tun kann für Kinder, denen es nicht so gut geht, dann tue ich das natürlich, das ist mir sehr wichtig“, sagt Cantz, der selbst Vater eines sechsjährigen Jungen ist.

Er habe immer schon einen guten Draht zu Kindern gehabt, doch das habe sich seit der Geburt seines Sohnes noch einmal verstärkt. „Ich glaube, ich kann Kinder zum Lachen bringen. Und wenn mir das gelingt, dann macht mich das selbst glücklich, auch auf die Gefahr hin, dass sich das ein bisschen abgedroschen anhört, es ist aber die Wahrheit“, sagt Cantz.

So spontan und liebevoll Cantz auf Kinder zugehen kann, so zurückhaltend ist er im Umgang mit Pferden. „Das sind ganz gewiss sehr schöne Tiere, keine Frage. Aber ich mag sie dann doch eher aus der Distanz“, sagt der 44-Jährige, der seinen ersten Unicef-Auftritt am Dienstag beim Weltfest des Pferdesports fehlerfrei und mit guten Haltungsnoten absolviert.

Cantz, der in diesem Jahr unter dem Motto „Blondiläum“ sein 25-jähriges Bühnenjubiläum feiert (bis zu 250 Auftritte in einer Kölner Karnevalssession sind völlig normal!) und seit 2010 die Samstagabendshow „Verstehen Sie Spaß?“ moderiert, zählt längst zu den renommierten Kräften des deutschen Showgeschäfts. Wer ihn buchen will, muss längere Wartezeiten in Kauf nehmen.

„Klar, der Terminkalender ist gut gefüllt, doch mir macht die Arbeit Spaß, ich habe nicht das Gefühl, dass ich demnächst kürzertreten müsste“, ist sich Cantz sicher, dass er auch genug Zeit für sein Unicef-Engagement finden wird. „Ich nehme mir ganz bewusst auch meine Auszeiten, die verbringe ich dann mit meiner Familie, das muss sein, sonst schafft man das nicht.“ Er habe den Vorteil, dass er von jetzt auf gleich abschalten könne. „Wenn ich Urlaub mache, dann mache ich Urlaub, dann habe ich auch nur Urlaub im Kopf“, sagt Cantz.

Bei all dem Auftrittsstress, den der Blondschopf Cantz selbst offensichtlich gar nicht empfindet, bleibt sogar noch Zeit für das liebste Hobby: Fußball! Der in Köln-Porz geborene Cantz spielt bei den Alten Herren von Troisdorf, hält dort hinten die Reihen dicht.

„Ich bin ein klassischer Verteidiger, das Grätschen liegt mir besonders“, sagt Cantz, der hin und wieder auch in Prominentenmannschaften, etwa an der Seite von Wolfgang Overath, für den guten Zweck kickt. Gewagte Vorstöße in die Offensive erlaubt er sich aber nur auf der Bühne, „auf dem Fußballfeld fühle ich mich in der Verteidigung einfach wohler“.

Kölsche Jung als VfB-Fan

Eine Sache wäre aber noch zu klären: Wie um alles in der Welt kann ein Mensch, der in Köln-Porz am Rhein geboren wurde, bekennender Fan des VfB-Stuttgart, ja, sogar VfB-Mitglied seit 1996 sein? Ganz einfach: Cantz‘ Vater kommt aus Stuttgart, und so wählte der Sohn schon in jungen Jahren den VfB als Lieblingsverein aus. Seinen Fußballverein suche man sich eben nur einmal im Leben aus. Und dabei bleibe es dann.

Neulich habe er bei der Bekanntgabe des Spielplans für die nächste Bundesligasaison nachschauen wollen, wann denn der VfB gegen den 1. FC Köln spielt. Da habe er den Abstieg seiner geliebten Stuttgarter in die Zweite Liga erst so richtig realisiert. Das Leben kann auch für einen Comedian manchmal ganz schön hart sein.

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