Grünenthal plant neue Stiftung für Conterganopfer

Von: dpa
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Aachen. Der Pharmakonzern Grünenthal hat eine neue Stiftung für die Conterganopfer angekündigt.

Die Stiftung solle das vor einem Jahr aufgelegte Programm zur Unterstützung von Härtefällen ergänzen, sagte der Vorstandschef des früheren Conterganherstellers, Harald Stock, der „Wirtschaftswoche” (Montag). Das Unternehmen wolle so die Zahl der Hilfsmaßnahmen und deren finanziellen Umfang erhöhen. „Sowohl Grünenthal als auch die Eigentümerfamilie Wirtz werden dort Gelder zustiften können”, kündigte Stock an. Einzelheiten zu dem Vorhaben konnte ein Unternehmenssprecher am Freitag noch nicht mitteilen.

Mit dem sogenannten Härtefonds habe Grünenthal 70 von 100 Antragstellern bisher geholfen, sagte Stock. „Mit unserem Geld werden Autos behindertengerecht ausgestattet, Hilfsmittel gekauft oder Bäder umgebaut.” Mit den Antragstellern sei Stillschweigen über die Höhe der Gelder vereinbart worden. Der Bundesverband Contergangeschädigter hatte die Härtefallregelung als medienwirksame Aktion ohne jegliche Transparenz abgelehnt.

Durch das Schlafmittel Contergan waren weltweit etwa 10 000 Kinder mit schweren Missbildungen zur Welt gekommen. Nach Angaben von Opferverbänden leben in Deutschland 2800 Betroffene.

Grünenthal hatte in den 1960er Jahren rund 100 Millionen Mark zugunsten der Opfer in eine Stiftung einbezahlt. Mit dem 1972 verabschiedeten Stiftungsgesetz hatten die Opfer automatisch keine Möglichkeit mehr, das Unternehmen auf Schadenersatz zu verklagen.

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