Grüne: Atomkugeln sind in Jülich sicher zu lagern

Von: pep
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Grundsätzlich gibt es nach wie vor drei Möglichkeiten, um den Jülicher Atomabfall zu behandeln: Neubau eines Zwischenlagers in Jülich, Transport in das Zwischenlager Ahaus im Münsterland oder eben in die USA. Foto: dpa

Jülich/Aachen. Das Hin und Her um die 152 im Forschungszentrum Jülich (FZJ) gelagerten Castoren mit Brennelemente-Kugeln nimmt kein Ende. Das FZJ und die Bundesregierung als dessen Mitgesellschafter erwägen, das radioaktiv verseuchte Material in die USA zu transportieren.

Dem widersprechen die Landtagsfraktion der Grünen und deren Dürener Bundestagsabgeordneter Oliver Krischer und sehen sich in ihrer Auffassung nun gestärkt durch ein aktuelles Gutachten des Freiburger Öko-Instituts, das unserer Redaktion vorliegt.

Grundsätzlich gibt es nach wie vor drei Möglichkeiten, um den Jülicher Atomabfall zu behandeln: Neubau eines Zwischenlagers in Jülich, Transport in das Zwischenlager Ahaus im Münsterland oder eben in die USA. Das Freiburger Gutachten stellt zudem fest, neben diesen drei Varianten „wäre prinzipiell auch die Variante (. . .) in Betracht zu ziehen“, das bereits bestehende Behälterlager in Jülich sicherheitstechnisch so zu verbessern, dass die Atomkugeln dort bis auf weiteres bleiben können.

Das Gutachten des Öko-Instituts, das die Landtagsfraktion der Grünen bestellt hat, geht detailliert auf die Frage der Erdbebensicherheit ein und beschreibt nüchtern, dass die Region Jülich „zu den seismisch aktivsten Gebieten Deutschlands“ gehöre. Selbst bei einem Jahrhundertbeben der Stärke 6,0 sei aber nicht „mit dem völligen Einsturz“ von Gebäuden zu rechnen. Das Risiko, die Atomkugeln so lange in Jülich zu lagern, bis ein Endlager in Deutschland verfügbar ist, halten die Grünen aufgrund dessen für beherrschbar; in dem Gutachten selbst wird das nicht ausdrücklich festgestellt.

Krischer weist zudem auf eine andere Aussage des Gutachtens hin: Weil die Bundesregierung entschieden habe, gleichartige Reaktorkugeln, die derzeit in Ahaus lagern, nicht in die USA zu bringen, müsse hierzulande sowieso ein Konzept entwickelt werden, diese Kugeln so zu bearbeiten, dass sie für ein Endlager geeignet sind. Das sei Aufgabe des FZJ. „Für die Jülicher Kugeln parallel die ohnehin viel teurere US-Variante zu entwickeln, ist Unsinn“, sagte Krischer am Freitag unserer Zeitung. „Diese Variante ist zudem rechtlich hoch umstritten.“ Ob sie überhaupt zu realisieren ist, sei völlig offen.

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