Aachen/Stolberg - Großer Klau von Baumaschinen vor Landgericht

Großer Klau von Baumaschinen vor Landgericht

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Symbol Baumaschinen Baustelle Symbolfoto: Stefan Sauer/dpa
Arbeitsfahrzeuge auf einer Baustelle. Symbolfoto: Stefan Sauer/dpa

Aachen/Stolberg. Weil sie in großem Maßstab Baumaschinen und Treibstoff auf etlichen Baustellen in der Region gestohlen haben sollen, müssen sich ein Bauunternehmer aus Stolberg, zwei seiner ehemaligen Maschinenführer sowie die 77-jährige Mitinhaberin der Firma derzeit vor dem Aachener Landgericht verantworten. Das Unternehmen war unter anderem auf Baustellen am Aachener Kreuz, am Tivoli und am Campus Melaten tätig.

Vorgeworfen wird den Angeklagten von der meist als Subunternehmerin beschäftigten Abbruch- und Tiefbaufirma ein bandenmäßiger und damit schwerer Baumaschinen-Diebstahl. Dazu komme gewerbsmäßige Hehlerei, heißt es in der Anklageschrift. Die Taten ereigneten sich zwischen 2009 und 2012.

Im einzelnen sollen die Angeklagten im Jahr 2009 beispielsweise einen Hydraulikhammer im Wert von etwa 55.000 Euro am Tivoli gestohlen haben. An der Autobahn 4 bei Weisweiler hätten sie einen sogenannten „Böschungslöffel“, eine bestimmte Schaufel für einen Bagger, mitgehen lassen. Ein Jahr später soll es ein „Schalengreifer“ gewesen sein, ebenfalls ein Baggervorsatz, der auf einer Baustelle an der A4 wegkam. In Langerwehe sei eine mechanische Rüttelplatte verschwunden.

Auch auf der Baustelle des Aachener Campus Melaten habe der Subunternehmer von den großen Firmen Baugerät mitgehen lassen. Hinzu kämen einige Hundert Liter Dieseltreibstoff, die man aus den Tanks fremder Baumaschinen gesaugt habe.

Am Montag, dem zweiten Prozesstag, zerfiel die Front der Angeklagten vor dem Vorsitzenden Richter der 3. Großen Strafkammer, Markus Vogt. Einer der angeklagten Baggerführer berichtete, dass man die Anweisung von seiten des Chefs bekommen habe. Der saß wie versteinert nur einen halben Meter neben dem Mitangeklagten.

Baumaschinen, Maschinenteile wie auch Treibstoff aus Fahrzeugen des Hauptunternehmers seien mitgenommen worden. „Wir haben aber in gutem Glauben gehandelt. Denn wir dachten, das alles ist mit dem Hauptunternehmer abgesprochen“, bekräftigte der 42-jährige Baggerfahrer bezüglich der Taten auf dem Campusgelände. Er wurde von seinem 57-Jährigen Kollegen bestätigt.

Alles richtig oder nicht?

Der berichtete, wie er an einem freien Tag den Abtransport einer Baumaschine im Bereich Campus Melaten beobachtet habe. Er sei mit seinem Hund spazieren gegangen und habe gesehen, wie sein Kollege die Maschine an einen Radlader hängte und dann auf ein Firmenfahrzeug seines Chefs verlud. „Ich bin weiter gegangen, ich dachte, das hätte alles seine Richtigkeit“, sagte er.

Hatte es aber offenbar nicht. Der Chef habe im übrigen einen großen versteckten Sprittank auf der Ladefläche eines seiner Fahrzeuge installiert. Erst später wollen die Mitarbeiter bemerkt haben, dass der 49-Jährige ein falsches Spiel spielte.

Die mit auf der Anklagebank sitzende 77-jährige Seniorchefin ist wegen Hehlerei und Geldwäsche angeklagt. Sie soll die Sachen auf dem Firmenhof gelagert haben. Der Prozess geht am Freitag weiter.

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