Großbrand in Krefeld nach drei Tagen gelöscht: Strafanzeige

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
krefeld halle abgebrannt
Drei Tage nach dem Großbrand in einer Krefelder Düngemittelfabrik ist das Feuer am Freitag endgültig gelöscht worden. Die Ursache des Feuers war vermutlich ein technischer Defekt im Bereich der Förderanlagen einer Lagerhalle. Die Rauchwolke war über das westliche Ruhrgebiet gezogen und hatte für Unruhe in der Bevölkerung gesorgt. Foto: dpa

Krefeld. Drei Tage nach dem Großbrand in einer Krefelder Düngemittelfabrik wurde das Feuer am Freitag endgültig gelöscht. Fenster und Türen könnten wieder geöffnet werden, teilten die Düsseldorfer Bezirksregierung und die Stadt Duisburg mit.

Die Empfehlung der Bezirksregierung, in den betroffenen Bereichen auf den Verzehr von Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten vorerst zu verzichten, gilt aber weiter.

Der Düngemittelhersteller Compo rechnet damit, die Produktion in Krefeld nach Freigabe durch die Behörden zumindest in Teilen schon bald wieder aufnehmen zu können. „Durch den Brand ist zwar ein zentraler Teil der Anlage betroffen, weite Teile der Produktion sind jedoch unversehrt geblieben”, sagte Geschäftsführer Jens Averdiek, laut Mitteilung. Die Aufräumarbeiten sollten möglichst schnell abgeschlossen werden. Ein Sachverständiger erarbeite dafür ein Entsorgungskonzept. Die Bezirksregierung Düsseldorf kündigte an, dass ein Gutachter die Sicherheit am Standort Krefeld unter die Lupe nehmen werde.

Die Ursache des Feuers ist vermutlich ein technischer Defekt im Bereich der Förderanlagen einer Lagerhalle. Die Rauchwolke war über das westliche Ruhrgebiet gezogen und hatte für Unruhe in der Bevölkerung gesorgt. Unterdessen erstattete der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) am Freitag Strafanzeige. Der Umweltverband hat den Verdacht, dass im Zusammenhang mit dem Brand Umweltstraftaten vorliegen könnten.

„Die brennbaren Stoffe wurden anscheinend in einer rund 100 Jahre alten, holzüberdachten Halle gelagert”, so Angelika Horster, Chemieexpertin des BUND. Ob die Halle und die vorhandene Technik für die Lagerung brennbarer Stoffe überhaupt noch zugelassen war, gelte es jetzt zu prüfen. Die Tatbestände der Luftverunreinigung, der schweren Gefährdung durch das Freisetzen von Giften sowie der Gefährdung schutzbedürftiger Gebiete könnten erfüllt sein, so der BUND.

Die Homepage wurde aktualisiert