Jülich - Größter Hochleistungsstrahler der Welt entsteht in Jülich

Größter Hochleistungsstrahler der Welt entsteht in Jülich

Von: Thomas Vogel
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Forschung auf hohem Niveau: Neben dem Solarturm forscht das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt in Jülich künftig auch mithilfe des größten Hochleistungsstrahlers der Welt. Foto: Thomas Vogel

Jülich. Eine künstliche Sonne, nichts weniger wird es – sagen die Wissenschaftler. Tatsächlich beweist sich der größte Hochleistungsstrahler der Welt, der für die Solarforscher vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Standort Jülich entsteht, als echter Kraftmeier.

Die 80 Lampen und Reflektoren werden eine Lichtintensität erreichen, die dem viertausendfachen der natürlichen Sonneneinstrahlung auf der Erde entspricht. Mit ihr sollen neue Solartechniken künftig schneller entwickelt werden.

Versuche werden am DLR-Solarinstitut in Jülich bisher im Solarturm durchgeführt. „Leider haben wir in dieser Region so schönes Wetter wie derzeit nicht jeden Tag. Um die Technik kontinuierlich weiterzuentwickeln, ist es sehr hilfreich, solche künstlichen Sonnenelemente zu haben“, erklärt Klaus Hamacher, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DLR. Mit der künstlichen Sonne sollen die Wissenschaftler jeder Zeit an Experimenten arbeiten können – unter reproduzierbaren und genau einstellbaren Randbedingungen.

Wasser in Bestandteile zerlegen

Das Investitionsvolumen für die neue Anlage beträgt rund 3,5 Millionen Euro. Die Zusage für 2,4 Millionen, übernommen vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW, hat Umweltminister Johannes Remmel am Donnerstag in Jülich vorbeigebracht. Die restlichen 1,1 Millionen Euro legt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf den Tisch.

Im Solarturm werden solarthermische Versuche durchgeführt, mit dem Ziel, effizientere Bauteile für thermische Solarkraftwerke zu entwickeln. Die Versuche mit dem Hochleistungsstrahler, der in einer Halle des Technologiezentrums Jülich nahe des Solarturmes unterkommt, werden ebenfalls solarthermischer Natur sein. Mithilfe des Geräts soll künftig Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt werden. Das dieser Prozess mit extrem hohen Temperaturen gelingt, haben Mitarbeiter des DLR bereits im Labor am Kölner Standort unter Beweis gestellt. Nun soll die Methode in Jülich auf dem Weg zur Einsatzreife für die Industrie in größerem Maßstab angewendet werden.

Hamacher: „Wasserstoff ist ein Energieträger, der auch für mobile Anwendungen Potenzial hat. Es wird ja noch immer, auch im Bereich der Elektromobilität, das Thema Wasserstoffantrieb durch Brennstoffzelle diskutiert und da spielt Wasserstoff natürlich eine herausragende Rolle.“ Mit dem könnten in der Zukunft Fahrzeuge angetrieben werden, entsprechende Versuchsfahrzeuge sind auf den Straßen schon unterwegs. Das Licht des Strahlers wird dem der Sonne sehr ähnlich sein – für eine anwendungsorientierte Forschung unter realistischen Bedingungen unerlässlich. Das schaffen elektrisch betriebene Xenon-Kurzbogenlampen, die ein vergleichbares Lichtspektrum wie die Sonne abdecken.

Drei Jahre wird es voraussichtlich dauern, bis die Anlage einsatzbereit ist. Den nächsten großen Entwicklungsschritt für das Solarzentrum in Jülich hat der DLR auch schon im Blick: Der Solarturm soll einen Zwilling erhalten. Noch ist allerdings nur klar, dass das Projekt über Fördergelder finanziert wird. Woher die kommen, steht noch nicht fest. In jedem Fall aber, sagt Hamacher, werden künftig mehr als die aktuell 20 Arbeitsplätze am Standort Jülich gebraucht.

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