Aachen - Grippewelle: Busse bleiben im Depot, Schüler zuhause

Grippewelle: Busse bleiben im Depot, Schüler zuhause

Von: Robert Baumann
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Husten, Schnupfen, Fieber. Die Grippewelle ist auf dem Vormarsch.
Grippe
Das Gesundheitsamt hat „überdurchschnittlich“ viele Erkrankungen verzeichnet. Foto: dpa

Aachen. Husten, Schnupfen, Fieber. Die Grippewelle ist auf dem Vormarsch. Das Robert Koch-Institut (RKI) erwartet in den kommenden Wochen noch mehr Grippefälle in Deutschland. Die Folge sind viele krankheitsbedingte Ausfälle in Unternehmen, Schulen und Betrieben – auch in der Region Aachen.

In der Hermannschule in Stolberg sind beispielsweise ein Drittel der Schüler erkrankt, die Verhandlungsrunden beim Stolberger Metallwerk KME über 102 Arbeitsplätze mussten wegen Krankheitsfällen ausgesetzt werden. Die Erkältungswelle hat auch den Aachener Busbetreiber Aseag getroffen. Der Krankenstand bei den Mitarbeitern ist so hoch wie nie. 80 der insgesamt 450 im Fahrdienst Beschäftigten haben sich krank gemeldet. Das seien doppelt so viele wie sonst, sagte Anne Linden, Pressesprecherin der Aseag. Dadurch mussten 200 der insgesamt 3800 Fahrten am gestrigen Tag gestrichen werden. „Wir haben kein Personal mehr, auf das wir zugreifen können“, erklärte Linden.

Ob die Infektionen in diesem Jahr hartnäckiger sind als gewöhnlich und ob mehr Menschen betroffen sind, dazu gibt es unterschiedliche Einschätzungen. „Es ist jetzt die Jahreszeit für Infektionen und es gibt deutlich mehr Viruserkrankungen als in den Vorwochen“, erklärt Susanne Glasmacher, Biologin am RKI, am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung. So gab es in Deutschland beispielsweise in der vierten Kalenderwoche dieses Jahres 2400 Influenza-Fälle. Das sei aber völlig normal zu dieser Zeit und es gebe keinen nennenswerten Anstieg. Ob hingegen der Virus aggressiver sei als gewöhnlich, ließe sich nicht sagen. „Es gibt über 200 Grippetypen und immer wieder neue Varianten. Das lässt sich kaum prüfen“, erklärt Glasmacher.

Das Gesundheitsamt der Städteregion Aachen hingegen spricht von mehr Erkrankten in der Region als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Die Zahl der gemeldeten Grippefälle ist überdurchschnittlich hoch“, sagt Verena Bochat, Arbeitsgruppenleiterin Infektionsschutz im Gesundheitsamt. Schon in diesem Jahr gebe es zehn gemeldete Influenza-Fälle. Zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr seien es nur zwei gewesen. „Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Bochat. Denn nur die wenigsten Ärzte schicken einen Abstrich ins Labor, so dass eine Influenza auch gesichert nachgewiesen werden kann. Die Schwere der Infekte schätzt das Gesundheitsamt größer ein als im Vorjahr. „Es ist ein Keim unterwegs, der eine stärkere Erkrankung auslöst“, so Bochat.

Die Krankheitslage in den Kommunen stellt sich völlig unterschiedlich dar. Während die Aseag wegen vieler Personalausfälle Probleme hat, den regulären Busbetrieb aufrecht zu erhalten, sieht die Lage im Kreis Heinsberg weniger dramatisch aus. Der Krankenstand betrage derzeit knapp 15 Prozent, teilte Udo Winkens, Leiter der Verkehrsbetriebe bei der West Energie und Verkehr, auf Anfrage mit. Dies sei für den Busbetrieb auf den Straßen zwischen Übach-Palenberg und Erkelenz kein Problem. Bei Engpässen behilft sich die „West“ laut Winkens mit privaten Unternehmern.

In Düren hat die Grippewelle bislang ebenfalls keine großen Auswirkungen. Dem Dürener Gesundheitsamt ist nichts bekannt, was „über die normalen Zustände“ hinausgeht. Auch Beeinträchtigungen des öffentlichen Personennahverkehrs gibt es nach Auskunft der Dürener Kreisbahn nicht.

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