Neuss/Essen - Glimpfliche Bilanz: „Daisy” zog südlich vorbei

Glimpfliche Bilanz: „Daisy” zog südlich vorbei

Von: dpa
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Neuss/Essen. Dank eines Süd-Schwenkers von Sturmtief „Daisy” sind Nordrhein-Westfalens Autofahrer beim Wintereinbruch am Wochenende vergleichsweise glimpflich davon gekommen.

Bei insgesamt rund 1500 Unfällen durch Eis und Schnee wurden nach Angaben der Landesleitstelle der Polizei in Neuss bei Düsseldorf zwei Menschen getötet und 25 Verkehrsteilnehmer schwer verletzt. Die Zahl liegt deutlich unter den Befürchtungen. Jährlich sterben auf den Straßen in NRW mehr als 600 Menschen, 2009 waren es 620 nach 694 im Vorjahr.

Mecklenburg-Vorpommern war dagegen von der Kombination aus Wind und Schnee mit bis zu 30 Zentimetern Schnee samt heftigen Schneeverwehungen hart getroffen worden. „Das Tief ist etwas südlicher als angenommen an Nordrhein-Westfalen vorbeigezogen”, sagte Oliver Klein von Meteomedia. „Außerdem waren die Winterdienste gut vorbereitet, und die Bürger sind zu Hause geblieben”, resümierte Wolfgang Reiff vom Deutschen Wetterdienst am Montag in Essen. Dies habe massenhafte Unfälle und Verkehrsstillstände verhindert.

Ein ähnlich kräftiges Sturmtief wie „Daisy” zeichne sich in den nächsten Wochen nicht ab, teilte Meteomedia mit. Für die nächsten Tage warnt der Deutsche Wetterdienst aber weiter vor Glatteis. Der Wechsel der Temperaturen rund um den Gefrierpunkt sorgt für rutschige Straßen.

Der Verband des Einzelhandels in NRW kritisierte die Medien- Berichterstattung im Vorfeld von „Daisy”. Die „Panikmache” habe dem Einzelhandel am Samstag einen weiteren umsatzschwachen Tag beschert, weil viele Menschen sich nicht in die Städte getraut hätten. „Die Medien haben die Menschen in Angst und Schrecken versetzt”, sagte Verbandspräsident Friedrich Conzen am Montag.

Ohne jede regionale Differenzierung sei für ganz Deutschland eine Schneekatastrophe heraufbeschworen worden, die in weiten Teilen ausgeblieben sei. „Es ist unverantwortlich, wie mit diesen Vorhersagen Panik geschürt wurde, um kurzfristig mehr Aufmerksamkeit zu gewinnen”, sagte Conzen. „Langfristig richten diese Horrormeldungen Schäden an, unter denen wir alle zu leiden haben.”

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