Gleisarbeiten: Bahnfahrer benötigen starke Nerven

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
Gesperrte Gleise bei der Bahn.
Ausgebremst werden die Fahrgäste, weil die Deutsche Bahn just während der gesamten Sommerferien – also exakt vom 26. Juni bis zum 10. August – zwischen Düren und Aachen marode Schienen erneuert und Weichen austauscht.

Aachen. Wer in den Sommerferien mit der Bahn zwischen Aachen und Köln pendeln will oder muss, wird starke Nerven benötigen – und sollte üppige Zeitpolster einplanen: Denn die Reisezeit wird sich in manchen Fällen sogar verdoppeln.

Dann wird man auf der Strecke, für die ein Regionalexpress normalerweise 53 Minuten benötigt, im schlechtesten Fall fast zwei Stunden unterwegs sein.

Ausgebremst werden die Fahrgäste, weil die Deutsche Bahn just während der gesamten Sommerferien – also exakt vom 26. Juni bis zum 10. August – zwischen Düren und Aachen marode Schienen erneuert und Weichen austauscht. Deswegen wird der Streckenabschnitt zwischen Stolberg und Düren mehr als sechs Wochen lang komplett gesperrt – was fatale Folgen für die Mobilität in der hiesigen Region haben wird.

Vielerorts befürchten die Verantwortlichen das ganz große Verkehrschaos. Zwar gibt es in den großen Ferien weniger Berufspendler als sonst, doch sind stattdessen Hunderttausende Urlauber auf Straßen und Schienen unterwegs – und sei es nur, um zu den Flughäfen in Köln/Bonn, Düsseldorf oder im Ruhrgebiet zu gelangen.

Drohen nun noch mehr Staus auf den Autobahnen? Und erreichen alle Urlauber rechtzeitig ihre Flieger? Um die Situation zu bewältigen, hat die Deutsche Bahn ein Ersatzkonzept entwickelt, das jetzt erstmals Vertretern der betroffenen Kommunen in einem Abstimmungsgespräch vorgestellt wurde.

Demnach führen für Bahnreisende in den Sommerferien viele Wege von Aachen nach Köln, aber auf allen wird man viel Zeit mitbringen müssen. Am schnellsten dürften die Reisenden in Fernzügen unterwegs sein, die wie auch der komplette Güterverkehr über Rheydt nach Köln umgeleitet werden. Der Zeitverlust soll hier rund 30 Minuten betragen.

Wer Nahverkehrszüge nutzt, hat von Aachen aus drei Möglichkeiten: Zum einen sollen Schnellbusse nonstop nach Düren fahren, wo dann der Regionalexpress nach Köln abfährt. Das soll eine gute halbe Stunde länger dauern als die normale Regionalbahnverbindung.

Zum anderen kann man die Euregiobahn RB 20 bis Weisweiler oder bis Langerwehe nutzen, von wo aus jeweils Busse nach Düren eingesetzt werden. Hier berechnet die Bahn Richtung Köln einen Zeitverlust zwischen 32 und 50 Minuten – je nachdem, ob man in Düren einen Regionalexpress erwischt oder die S-Bahn nach Köln nehmen muss.

In Gegenrichtung soll es sogar noch etwas länger dauern. Die Euregiobahn soll im Halbstundentakt eingesetzt werden, bei den Bussen wolle die Bahn genügend Kapazitäten bereitstellen, heißt es.

Speziell in Aachen hofft man derweil darauf, dass die für Verspätungen bekannte Bahn zumindest ihre Bauarbeiten pünktlich am 10. August abschließt. Denn am 11. August beginnt in der Pferdestadt die Reit-EM.

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