„Gipfelmoshen“: Marc Faber erklimmt für ein Foto jeden Berg

Von: Laura Beemelmanns
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Köln. Marc Faber will hoch hinaus. Manchmal bis zu 7000 Meter – und das mit einem Ziel: Der Bergsteiger will möglichst jeden Gipfel „bemoshen“.

Das bedeutet: einen Berg erklimmen, sich eine Metal-Pose überlegen, einem unbeteiligten Passanten die Kamera in die Hand drücken und ein möglichst außergewöhnliches Foto schießen.

Rund 900 Gipfel wurden so schon von etwa 200 aktiven Gipfelmoshern „bemosht“. Dabei spielt es keine Rolle, wie hoch der Gipfel ist. Der niedrigste „bemoshte“ Gipfel ist eine Düne mit gerade mal einem Meter Höhe. Der höchste ist der Putha Hiunchuli in Nepal mit 7246 Metern Höhe. „Bemosht“ wurde er von Marc.

Über 35 Berge „bemosht“

Vor ein paar Jahren hat der Kölner im Netz gesurft und ist auf die Seite der Gipfelmosher gestoßen. „Ich war gleich begeistert, da das Gipfelmoshen meine beiden Hobbys Musik und Bergsteigen vereint. Kurz danach bin ich ohnehin nach Nepal gereist und habe mein erstes Foto gemacht“, sagt er. Das war im Jahr 2008. Seither hat er über 35 Berge bestiegen und die verrücktesten Fotos gemacht. Die Bilder sind für ihn jedoch nicht nur eine witzige Erinnerung, sondern „pushen das Erlebnis ganz anders“, sagt Marc. Er läuft mit der Hoffnung hoch, oben jemanden zu treffen, der ein Foto schießen kann.

Wie das aussieht, überlegt er sich meistens erst, wenn er oben angekommen ist. Hin und wieder nimmt er ein zum Thema passendes Utensil mit – beispielsweise eine aufblasbare Gitarre. Die musste Marc dann in mehr als 7000 Metern Höhe aufpusten. „Das ist echt anstrengend, denn die Luft ist ziemlich dünn da oben“, sagt er. „Gipfelmoshen ist eine neue, außergewöhnliche und vor allem sportliche Variante des Headbangens“ – so wird es auf der Website der Gipfelmosher beschrieben. Jedoch mit dem Unterschied, dass nicht irgendwo in einem Club „geheadbangt“ wird, sondern vor einer spektakulären Kulisse.

Und damit das Foto auch wirklich gut wird, bittet Marc andere Bergsteiger darum, den Auslöser zu drücken. „Die Leute reagieren sehr positiv. Teilweise moshen sie auch mit. Manchmal schauen fünf bis sechs Leute zu. Dann herrscht wirklich eine mordsmäßige Stimmung auf dem Gipfel“, sagt er. Denn eines der zehn Gipfelmoshen-Gebote lautet: „Bekehre Deinen Nächsten, auf dass auch er zum Mosher werde.“ Die Gebote findet man – ebenso wie die Fotos – auf der Homepage der Gipfelmosher. „Die Gebote sind alle nicht so ganz ernst gemeint“, sagt Marc.

Danach solle man bei jedem Moshen auch schwarze Kleidung tragen. „Das kommt nicht immer hin“, sagt er. Dass er andere „bekehren“ möchte, trifft aber schon zu. „Die Fotos sind ein guter Grund, um auch fußfaule Kumpels davon zu überzeugen, mit hinaufzusteigen.“ Denn auf all seinen Touren hat Marc noch nie einen anderen Gipfelmosher getroffen. Es gibt aber noch einiges zu tun. „Irgendwann muss die Liste vollständig sein“, sagt Marc. Es gilt: Jeder Berggipfel muss „bemosht“ werden.

Der Aachener Lousberg beispielsweise fehlt noch. „Vielleicht findet sich ja ein Mosher, der ein Foto von sich auf dem Lousberg online stellt“, sagt Marc. Er würde sich freuen, alle anderen Gipfelmosher auch. Die Sammlung ist schließlich noch lange nicht am Ende. Und eine Kamera gehört mittlerweile ebenso zur Ausstattung wie das feste Schuhwerk. Denn: Auf einen Berg zu steigen, ohne ein Foto zu machen, kommt für Marc nicht mehr infrage. Einmal hat er die Akkus der Kamera vergessen und war so enttäuscht, dass ihm das wohl nie wieder passieren wird.

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