Giftige Panzerfarbe: Erkrankte sollen Geld erhalten

Von: heck
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An Panzern wie diesem M1 Abrams (vorne, Archivbild) der US-Armee ist In Militärdepots in Brunssum und Eygelshoven gearbeitet worden. Foto: dpa

Brunssum/Maastricht. Aufatmen bei den Betroffenen: Erkrankte Mitarbeiter des niederländischen Verteidigungsministeriums, die beim Reinigen von Panzern mit krebserregenden Stoffen in Berührung gekommen waren, sollen finanzielle Unterstützung erhalten. Rund 1600 Männer und Frauen hatten geklagt.

Wie niederländische Medien berichten, sollen die Betroffenen je nach Grad ihrer Erkrankung zwischen 3000 und 15.000 Euro Soforthilfe beantragen können. Die Mitarbeiter hatten amerikanische Panzer gereinigt und abgeschliffen, unter anderem in den Militärstützpunkten Brunssum und Eygelshoven, kurz hinter der deutschen Grenze. Seit den 1980er Jahren waren in mehreren mittlerweile geschlossenen NATO-Stützpunkten in den Niederlanden amerikanische Militärfahrzeuge gewartet und nach Einsätzen wieder aufbereitet worden.

Bei den Arbeiten war hochgiftiges Chrom-6 freigeworden, das als krebserregend gilt. Die Zahl der derzeitigen und früheren Mitarbeiter, die seit 2014 für Entschädigung geklagt hatten, beläuft sich auf mittlerweile rund 1600. Nach Darstellung der Anwälte leiden die Betroffenen unter Krebserkrankungen, Schleimhautentzündungen, starker Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Autoimmunerkrankungen oder ausgefallenen Zähnen und Nägeln.

Gegenüber unserer Zeitung hatte ein früherer Mitarbeiter berichtet, er habe an Militärfahrzeugen geschweißt, geschliffen und gebohrt. Dabei habe er meist lediglich einen Overall getragen, keine Handschuhe und in der Regel keinen Mundschutz. Er ist mittlerweile an Speiseröhrenkrebs erkrankt.

Die niederländischen Behörden betonten erneut, mit den Zahlungen sei kein Schuldeingeständnis verbunden. Dennoch äußerten sich die Betroffenen zufrieden. „Es ist ein Fortschritt“, zitiert das Nachrichtenportal 1Limburg.nl einen Sprecher der Mitarbeitervereinigung VBM. „Nicht mehr und nicht weniger.“ Die Zahlung sei einzigartig in der Geschichte des Verteidigungsministeriums.

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