Giftige Ahornsamen töten Dutzende Pferde

Von: lbe
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Pferd
Wer Pferde auf einer Weide hält, sollte dringend darauf achten, sie auf Ahornbäume zu kontrollieren. Die Samen des Baumes können tödlich für die Tiere sein. Foto: dpa

Hürtgenwald/Lüttich. Eine tödlich verlaufende Muskelerkrankung hat im Lauf der vergangenen sieben Tage rund 30 Pferde in der Region das Leben gekostet. Betroffen war die belgische Provinz Lüttich, aber auch ein Gestüt in Hürtgenwald.

Ausgelöst wurde die sogenannte Myopathie durch Samen des Bergahorns, die die Tiere gefressen haben. Auch in der Städteregion wird vor allem vor gewelkten Samen gewarnt.  Das Gift darin ist so gefährlich, dass schon eine Menge von 150 bis 200 Samen zum Tod eines Pferdes führen kann.

Lütticher Forscher wollen nun eine weltweite Warnung für die sogenannte Weidemyopathie aussprechen. Denn auch der bald eintretende Frost kann die Gefahr für die Pferde nicht bannen, teilte das belgische Nachrichtenportal Sudinfo.be mit. Auch deutsche Experten warnen: „Besonders schlimm ist es, wenn die Samen verwelkt sind“, sagt Dr. Johannes Hörmeyer vom Veterinäramt der Städteregion Aachen. Auch wenn im Raum Aachen bislang keine Verdachtsmeldung eingegangen sei, sei die Gefahr insbesondere im Herbst sehr groß. Dann nämlich fallen die verwelkten Samen erst zu Boden.

Beim Veterinäramt im Kreis Düren seien mehrere Fälle aus Hürtgenwald bekannt. So sollen auch auf einem Gestüt etwa fünf Pferde zu Tode gekommen sein. Anfang der Woche sei die Polizei dort zu einem Einsatz gerufen worden. „Zwei Pferde waren tot, zwei verletzt und zwei weitere gesund“, sagte ein Sprecher der Polizei im Kreis Düren. Eine Tierärztin kümmerte sich um die Tiere und berichtete den Beamten, dass auch in der Vorwoche schon drei Pferde durch eine giftige Pflanze ums Leben gekommen seien. Ob es ebenfalls Ahornsamen waren, konnte bislang nicht bestätigt werden.

„In Europa sind 82 Fälle bekannt“, zitierte Sudinfo.be die Lütticher Wissenschaftlerin Dominique Votion. Das am stärksten betroffene Land sei Belgien. Dort sind 46 Fälle bekannt, gefolgt von den Niederlanden mit 14, Frankreich mit zwölf, Deutschland mit sechs und Großbritannien mit vier Fällen.

Die Erkrankung betrifft ausschließlich Pferde, die auf einer Weide gehalten werden. Pferdehalter sollten daher ein ansprechendes Alternativfutter anbieten und die Weiden auf Ahornbäume kontrollieren.

Die erkrankten Tiere können Anzeichen wie einen steifen Gang, Koordinationsstörungen, eine schnelle Atmung und einen dunklen Urin aufweisen.

Die tolerierbare Dosis für ein Pferd wird auf minimal 26 und maximal 373 Milligramm pro Kilogramm und Tag geschätzt. Dafür reicht eine Aufnahme von 165 Samen. Ein Baum trägt leicht 500.000 Samen.

In der Tierklinik und der Universität von Lüttich werden nach Medienangaben zurzeit drei Pferde behandelt.

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