Gestauter Frust über Master und Bachelor

Von: ben/zva
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Berlin. „Einen heißen Herbst” haben sie angekündigt. Dem wollen die Studenten heute noch einmal bundesweit Taten folgen lassen. Bereits vergangene Woche wurden zwischen Hamburg, Berlin und Mainz Hörsäle besetzt.

Heute wollen die Studenten noch einmal einen Gang höher schalten und die Proteste bundesweit ausweiten. Zwischen 13 und 16 Uhr wird auch in Aachen mit einer Schlusskundgebung am Theaterplatz demonstriert. Stein des Anstoßes bleibt die missglückte Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master, die vor zehn Jahren im italienischen Bologna vereinbart worden war.

Nach einem ersten Bildungsstreik im Frühsommer fühlen sich die Studenten von Politik und Hochschulen im Stich gelassen. „Es ist bei Ankündigungen geblieben”, kritisiert Anja Gadow vom Studierenden-Dachverband FZS. Vieles unklar, zu „verschult”, zuviel „Arbeits- und Prüfungsdruck” und große Probleme beim Wechsel der Universität - die Kritik Bachelor und Master ist seit Jahren die gleiche.

Die Politik zeigt sich demütig. Offiziell gibt es viel Verständnis für die Anliegen der Studenten. „Die Studenten haben recht, meldet sich Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Henry Tesch (CDU), Chef der Kultusministerkonferenz, zu Wort. Sein Credo: Professoren und Hochschulen müssten sich bewegen. Anders allerdings wird auf Bundesebene reagiert. „Die Hochschulen brauchen größere Spielräume und eine bessere finanzielle Ausstattung. Bologna ist nicht zum Nulltarif zu haben”, erklärte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) jüngst im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion.

Mehr Geld für die Unis oder doch erst einmal die Fehler der Bologna-Reformen ausbügeln? Die schwarz-gelbe Bundesregierung pocht darauf, dass Länder und Hochschulen ihre Hausaufgaben machen und die Probleme bei Bachelor und Master rasch abstellen. Darüber hinaus wird eine weitere Finanzspritze für Universitäten und Hochschulen angekündigt. Zwölf Milliarden Euro zusätzlich sollen bis 2013 in Bildung und Forschung fließen. Ankündigungen, mit denen sich die protestierenden Studenten an den Universitäten nicht zufrieden geben wollen.

An der RWTH Aachen hat sich die Lage dennoch entspannt. Das Aktionsbündnis Bildungsstreik Aachen, das seit Donnerstag einen Hörsaal besetzt hielt, hat diesen gestern geräumt.
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