Gericht zwingt Mann 14 Jahre nach einem Mord zum DNA-Test

Von: dapd-nrw
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Grevenbroich. 14 Jahre nach dem Mord an einem damals elf Jahre alten Mädchen hat das Landgericht Mönchengladbach einen 43-jährigen Mann zur Abgabe einer Speichelprobe gezwungen.

Wie ein Gerichtssprecher am Dienstag mitteilte, liegen aufgrund der Ermittlungsergebnisse im Fall der 1996 ermordeten Claudia die Grundlagen für eine DNA-Untersuchung vor. Der ins Visier der Staatsanwaltschaft geratene Mann aus Neuss hatte laut Gericht zum Tatzeitpunkt in der Nähe des Tatortes gewohnt.

Außerdem lägen einschlägige kriminalpolizeiliche Erkenntnisse im Hinblick auf den sexuellen Missbrauch von Kindern vor. So soll der Mann 1994 Kinder durch Versprechungen in eine Tiefgarage gelockt haben, um sich hier an ihnen zu vergehen. Der Mann gehörte zuvor zu einem Kreis von 350 Männern, die sich für eine DNA-Reihenuntersuchung freiwillig bei der Polizei melden sollten. Der Neusser weigerte sich zunächst und legte auch gegen eine entsprechende Anordnung des Amtsgerichts Mönchengladbach noch einmal Beschwerde ein. Allerdings ordnete auch das Landgericht Mönchengladbach in zweiter Instanz einen DNA-Test an.

Im vergangenen Jahr war es Spezialisten des Landeskriminalamtes dank neuer Untersuchungsmethoden gelungen, DNA-Spuren zu sichern. Mit Hilfe des Massengentestes hatte die Staatsanwaltschaft deshalb noch einmal einen Versuch gestartet, den Täter zu fassen.

Die elfjährige Claudia war im Mai 1996 bei einem Spaziergang mit ihrem Hund verschleppt und später ermordet worden. Ihre Leiche wurde wenige Tage nach der Tat verbrannt auf einem Feldweg bei Euskirchen gefunden. Trotz einer groß angelegten Suche und mehreren Fahndungen in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst” gelang es der Polizei bis heute nicht, ihren Mörder zu fassen.
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