Aachen - Gericht: Film über Geiseldrama zulässig

Gericht: Film über Geiseldrama zulässig

Von: epd
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Gladbeck Geiseldrama
Hans-Jürgen Rösner (hier im Bild) und Dieter Degowski hatten in Gladbeck-Rentfort eine Bank überfallen und zwei Geiseln genommen. Nach einer spektakulären Verfolgungsjagd, an der sich auch etliche Pressevertreter beteiligten, über Bremen, wo die Gangster einen Linienbus kaperten, den Niederlanden und Köln, stoppte die Polizei im Siebengebirge auf der Autobahn Richtung Frankfurt am Main die Geiselnehmer mit Waffengewalt. Dabei erschoß Rösner die Geisel Silke Bischoff. Foto: Hartmut Reeh/dpa

Aachen. Das Landgericht Aachen hält den geplanten ARD-Film über das Geiseldrama von Gladbeck für rechtlich zulässig. Die zuständige Kammer wies einen Prozesskostenhilfeantrag des Geiselgangsters Hans-Jürgen Rösner zurück, wie Gerichtssprecher Daniel Kurth am Donnerstag sagte.

Zur Begründung führte das Gericht aus, dass die von Rösner angestrebte einstweilige Verfügung keine Erfolgsaussichten habe. Durch den Film würden zwar seine Persönlichkeitsrechte berührt, doch diese hätten hinter der Meinungs- und Rundfunkfreiheit zurückzustehen.

Über den Weg der Prozesskostenhilfe hatte Rösner seinen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Berliner Produktionsfirma Ziegler TV finanziell absichern wollen. Die Hilfe kann von einkommensschwachen Personen beantragt werden, wird aber nur bei hinreichenden Erfolgsaussichten gewährt. Gegen den ablehnenden Beschluss des Landgerichts Aachen ist Beschwerde beim Oberlandesgericht Köln möglich.

Die Produzentin Regina Ziegler plant im Auftrag der ARD ein zweiteiliges Doku-Drama über die Geiselnahme von Gladbeck aus der Opferperspektive. Die Dreharbeiten zu den Vorfällen aus dem Jahr 1988 sollen in diesem Sommer beginnen. Rösners Anwalt Rainer Dietz argumentierte, die geplante Verfilmung gefährde eine mögliche Wiedereingliederung seines Mandanten in die Gesellschaft. Rösner verbüßt derzeit in der Justizvollzugsanstalt Aachen seine Haftstrafe.

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