Gericht bestreitet Fehler im Umgang mit Serien-Sextäter

Von: ddp-nrw
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Köln. Das Amtsgericht Köln bestreitet Fehler im Umgang mit einem Angeklagten, der sich später als Serien-Sexualstraftäter erwiesen hat.

Gericht und Staatsanwaltschaft hätten sich korrekt verhalten, erklärte am Montag ein Sprecher der Justizbehörde.

Er bestätigte Medienberichte, wonach der Mann im Jahr 2007 in Köln wegen versuchter Nötigung in einem besonders schweren Fall angeklagt war. Er hatte sich Zugang zur Wohnung einer Frau verschafft und diese massiv bedrängt.

Damals lehnte der Angeklagte die vom Staatsanwalt gewünschte freiwillige Abgabe einer DNS-Probe ab. Bei der Hauptverhandlung wurde das Verfahren gegen eine Geldauflage eingestellt, da die Tat folgenlos geblieben war und nur geringe Gewalt angewendet wurde. „Die Entnahme von DNS unterblieb, da der Angeklagte damit weiterhin nicht einverstanden war, und die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Anordnung gegen den Willen des Betroffenen nicht vorlagen”, erläuterte der Gerichtssprecher weiter.

Inzwischen sitzt der Mann in Untersuchungshaft, weil er mit über hundert Sexualstraftaten in Verbindung gebracht wird, darunter sieben Vergewaltigungen. Insgesamt soll er seit 19 Jahren sexuell motivierte Straftaten begangen haben. Ein im Jahr 2007 durchgeführter DNS-Abgleich hätte ihn früher überführt und so mehrere schwere Verbrechen an Frauen verhindert.

„Mit unserem heutigen Wissen wäre die Entscheidung natürlich einfach gewesen”, räumte der Gerichtssprecher am Montag ein. Nach intensiver Prüfung des Sachverhaltes müsse aber festgestellt werden, dass sowohl die Richterin als auch die Staatsanwaltschaft nach ihrem damaligen Wissensstand keinen Fehler gemacht hätten.

Der zum Zeitpunkt der Hauptverhandlung bereits 43 Jahre alte Angeklagte war nicht vorbestraft gewesen. Zudem lagen keine tragfähigen Anhaltspunkte dafür vor, dass der Angeklagte bereits ähnliche Taten begangen hatte. Die Annahme erheblicher künftiger Straftaten habe sich deshalb zum damaligen Zeitpunkt nicht begründen lassen.
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