Gericht bestätigt: Windpark Münsterwald wird gebaut

Von: epd
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Dieses Bild bietet sich dem Kameraauge der Drohne derzeit über dem Münsterwald. Vorne rechts die gerodete Fläche für die Windkraftanlage, linker Hand der Vennbahnradweg, der weiter die „Himmelsleiter“ unterquert. Diesseits der B258 sind zwei, jenseits fünf Anlagen geplant. Foto: playfour.de

Aachen/Münster. Der im Aachener Münsterwald geplante Windpark darf einer Gerichtsentscheidung zufolge gebaut werden. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat eine Beschwerde der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt Nordrhein-Westfalen (LNU) abgewiesen.

Den von der Stadt Aachen im Jahr 2015 erteilten immissionsschutzrechtlichen Genehmigungen stünden keine naturschutzrechtlichen Gründe entgegen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss (AZ: 8 B 1264/16).

Die Umweltschutzorganisation, die landesweit über 80 Gruppen ehrenamtlicher Naturschützer vertritt, war zuvor vor dem Verwaltungsgericht Aachen mit einem Eilantrag gegen den Windpark Münsterwald gescheitert (AZ: VG Aachen 6 L 38/16). Dagegen hatte die LNU Beschwerde eingelegt.

Die Richter des Oberverwaltungsgerichts sahen jedoch ebenfalls keine Bedenken, dass die Stadt Aachen ein Tochterunternehmen der örtlichen Stadtwerke, das bundesweit Wind- und Solarparks betreibt, vom Bauverbot im Landschaftsschutzgebiet befreien will. Das Landschaftsbild werde durch die sieben geplanten Anlagen mit etwa 196 Meter hohen Windrädern zwar verändert, aber nicht in einem erheblichen Maße beeinträchtigt, erklärten sie. Zudem sei nicht erkennbar, dass die Erholungsfunktion des Münsterwaldes durch das genehmigte Vorhaben merklich beeinflusst werde.

Auch verstoße die Genehmigung nicht gegen artenschutzrechtliche Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes, heißt es weiter. Laut LNU gibt es im Münsterwald windkraftsensible Arten wie Waldschnepfe oder Schwarzstorch.

Die LNU hatte zudem argumentiert, dass es durch die Windkraftanlagen zu einer Beeinflussung einer vom Land betriebenen Erdbebenmessstation in der Region kommen könne. Dagegen erklärten die Münsteraner Richter, es sei nicht feststellbar, dass tatsächlich Störungen zu erwarten seien, die nicht verhindert werden könnten. Auch seien die möglicherweise betroffenen seismologischen Messstationen an der Dreilägerbach-Talsperre und im belgischen Ternell nicht Teil des Erdbebenalarmsystems des Landes.

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