Geplanter Raubüberfall: „Miss Krefeld 2014“ sitzt in U-Haft

Von: gego
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Miss Krefeld
Unter den vier von einer Spezialeinheit am Mittwoch Festgenommenen ist auch die 20-jährige „Miss Krefeld 2014“. Symbolbild: dpa

Aachen/Krefeld. Bis Mittwochabend hatte die 20 Jahre alte Frau noch von einer Karriere als Model geträumt, im April erst war sie zur „Miss Krefeld 2014“ gewählt worden. Ein erster Schritt auf dem Weg zur Prominenz, als nächstes wollte sie an der Wahl zur „Miss Germany“ teilnehmen. Ihren Job als Kassiererin soll sie gekündigt haben, um sich auf ihre neue Karriere konzentrieren zu können.

Bis Mittwochabend liefen die Dinge für die 20-Jährige in die richtige Richtung, dann kam eine Spezialeinheit der Polizei, durchsuchte ihre Wohnung in Krefeld und nahm sie fest. Jetzt sitzt „Miss Krefeld“ in Untersuchungshaft.
Die 20-Jährige war eine der in der Nacht zum Mittwoch festgenommenen Verdächtigen, die nach Überzeugung der Aachener Staatsanwaltschaft einen Raubüberfall auf einen großen Supermarkt am Niederrhein geplant haben. Sogar für eine Geiselnahme soll alles vorbereitet gewesen sein. Für alle vier erließ das Amtsgericht Aachen einen Haftbefehl.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war aber nicht der geplante Raubüberfall, sondern etwa 2000 Kreditbetrugsfälle. Zwei 47 und 50 Jahre alte Männer aus Düsseldorf und Neuss sollen 2000 Menschen mit falschen Kreditversprechen im Internet um insgesamt 500.000 Euro betrogen haben. Im Laufe der zum Teil verdeckten Ermittlungen erfuhr ein Polizist des Landeskriminalamtes von dem geplanten Raubüberfall. Die beiden 47 und 50 Jahre alten mutmaßlichen Kreditbetrüger hatten zur Ausführung offenbar „Miss Krefeld“ und ihren 22 Jahre alten Bruder als Mittäter gewinnen können.

Wenigstens einer der beiden älteren Verdächtigen hat nach Auskunft von Staatsanwalt Jost Schützeberg den Bruder von „Miss Krefeld“ gekannt – von einer gemeinsam begangenen früheren Straftat. Alle drei Männer sind vorbestraft, der 47- und der 50-Jährige haben bereits Haftstrafen verbüßt. „Miss Krefeld“ ist nach Auskunft der Staatsanwaltschaft noch nicht vorbestraft.

In den bisherigen Vernehmungen hat sich bislang keiner der vier Verdächtigen zu den Vorwürfen geäußert, auch vor dem Haftrichter machte laut Staatsanwalt Schützeberg keiner eine Aussage. Die Ermittlungen wegen weiterer Betrugs-, Einbruchs- und Raubdelikte dauert laut Staatsanwaltschaft weiter an.

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