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Gemeindemitarbeiter missbraucht Töchter und deren Freundinnen

Von: wos
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Mehr als 70 Mal soll ein ehemaliger Mitarbeiter der evangelischen Kirche im Kreis Düren seine beiden Töchter und drei ihrer Freundinnen sexuell missbraucht haben. Symbolbild: dpa

Aachen/Kreis Düren. Insgesamt mehr als 70 Mal soll ein ehemaliger Mitarbeiter der evangelischen Kirche im Kreis Düren seine beiden Töchter und drei ihrer Freundinnen sexuell missbraucht und die Taten zum Teil live in einschlägige, kinderpornografische Chatrooms gestellt haben.

Dem 50-jährigen Gemeindemitarbeiter, der kein Geistlicher ist, wird seit Mittwoch wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen und Schutzbefohlenen sowie wegen Nötigung und Vergewaltigung der Prozess gemacht.

Zum Prozessauftakt wurde am Mittwoch vor der 5. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht die Anklage verlesen. Die Taten sollen im Haus des Angeklagten zwischen September 2011 und Mai 2015 geschehen sein. Die ältere Tochter des Angeklagten war zu dem Zeitpunkt neun Jahre alt.

Die Übergriffe sollen oftmals auf dem zu einem Büro ausgebauten Dachboden des Hauses der Familie stattgefunden haben. Dort hatte der Angeklagte seinen PC stehen, über den er den Missbrauch an der neunjährigen Tochter direkt ins Netz stellte. Dort chattete er mit anderen über einen Bildtelefonanbieter, die so direkt alles verfolgen konnten.

Der sexuelle Missbrauch soll sich später auch auf die drei Jahre jüngere Tochter ausgedehnt haben. Beide Mädchen und ebenso deren Freundinnen konnten, wie es in der Anklage heißt, im gesamten Haus vor den Übergriffen des Angeklagten nicht sicher sein. Mal soll es das Schlafzimmer, mal das Kinderzimmer oder auch das Wohnzimmer des Einfamilienhauses gewesen sein, in denen sich die sexuellen Übergriffe abspielten.

Der Angeklagte soll die Mädchen wahlweise intim berührt und sie gleichermaßen zu Posen vor einer Videokamera gezwungen haben. Laut der am Mittwoch verlesenen Anklage kam es auch zu Vergewaltigungen der Kinder.

Zufallsfund der Ermittler

Die Ermittler waren durch ein anderes Gerichtsverfahren auf den Täter aufmerksam geworden. Er wurde am 19. Mai 2015 festgenommen. Auf seinem Computer fand man mehr als 300 pornografische und kinderpornografische Dateien.

Der Vorsitzende Richter der Kammer, Roland Klösgen, belehrte den Angeklagten über die strafmildernden Vorteile eines Geständnisses: „Die Stellungnahmen zur Glaubwürdigkeit der Kinder sind eindeutig“, warnte Klösgen. Der Angeklagte wird sich am kommenden Prozesstag, 25. Januar, zu den Vorwürfen äußern.

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