Geldwäsche im großen Stil über Aachener Firma?

Von: Stephan Mohne
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Aachen. Die Ermittler sind dem Geld auf der Spur. Nicht wenig davon soll im Zuge eines internationalen Kriminalfalls über eine große Aachener Firma „gewaschen” worden sein.

Die Räume des Unternehmens wurden unter Federführung der Aachener Staatsanwaltschaft am Donnerstag durchsucht. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte Oberstaatsanwalt Robert Deller auf Anfrage. Beteiligt waren an der Aktion Beamte des Landeskriminalamts und der Aachener Polizei.

Es geht um einen Fall, der auch nach Süd- und Ostdeutschland ebenso wie in die Schweiz hineinspielt. Seinen Ursprung hat er in Mailand beim Milliardenprojekt „Montecity”, einem ganz neuen Stadtviertel. Bei dessen Bau sollen von einem Firmenkonsortium Millionenbeträge veruntreut worden sein. Nach Ermittlungen italienischer Behörden wurden „schwarze Kassen” gespeist.

Eingesetzt worden sein sollen sie unter anderem, um Schmiergelder zu zahlen. Wie Schweizer Medien berichten, wollten die Firmen verhindern, dass das neue Viertel auf eine Verseuchung mit dem Gift DDT untersucht wird. Die Herkunft des Geldes sollte auch über deutsche Firmen vertuscht werden.

Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen in Deutschland und der Schweiz durch die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern, die zunächst einem kleineren Geldwäscheverdacht nachging. „Aus einer Mücke wurde per Zufall ein Elefant”, so der damals ermittelnde Staatsanwalt Karl-Heinz Frohn. Aufgrund der Komplexität wurden die Verfahren dann auf mehrere Staatsanwaltschaften aufgeteilt.

Gegen die Aachener Firma besteht laut Robert Deller der Verdacht, an diesem System beteiligt gewesen zu sein. Die Firma habe Dienstleistungen für italienische Firmen erbracht, die auch korrekt abgerechnet wurden. Darüber hinaus sollen aber Gelder nach Aachen geflossen sein, „für die es nach bisherigem Erkenntnisstand keine Gegenleistung gab”, so Deller.

Dieses Geld sei dann rasch an ein Unternehmen in Italien zurücküberwiesen worden. Um welche Summen es in Aachen geht, konnte Deller am Donnerstag noch nicht sagen. Ermittelt wird gegen Verantwortliche des Unternehmens, Festnahmen gab es keine.
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